Of Monsters And Men – Fever Dream

In Reviews von Eric

Acht Jahre ist es inzwischen her, dass die Isländer von Of Monsters And Men mit dem ultraeingängigen „Little Talks“ ihren Durchbruch hatten und damit neben Mumford & Sons für das große Folk-Revival Anfang der 2010er-Jahre standen. Nach dem zweiten Album „Beneath The Skin“ von 2015, das nicht ganz an den Anfangserfolg anknüpfen konnte, blieb es einige Jahre ruhig um die Band, die nun mit „Fever Dream“ ihr Comeback gibt.

Vieles, was das Quintett ursprünglich erfolgreich gemacht hat, ist auch auf seiner dritten LP vorhanden: ein warmer, eingängiger und breit arrangierter Sound und vor allem die charakteristischen Vocals des Gesangsdoppels Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson. Doch Of Monsters And Men haben sich auf dem neuen Album auch dem Zeitgeist angepasst, die folkigen Elemente zurückgestellt und verstärkt auf einen elektropoppigen Klang mit Beats und Synthesizern, die mit klassischen Instrumente gemischt werden, gesetzt. Das funktioniert mal gut und mal weniger gut.

Der Opener „Alligator“ ist direkt der beste Song der Platte, ein jubilierendes Stück Elektro-Rock mit rollenden Tom-Toms und stimmungsgeladenen Gitarrenakkorden, das vor Freude am Leben überschäumt. Eine ähnliche Energie verströmen auch „Vulture, Vulture“ und „Soothsayer“, auch wenn sie nicht an die fast perfekte Catchiness von „Alligator“ herankommen. Dominiert wird „Fever Dream“ jedoch von Down- und Midtempo-Balladen von unterschiedlicher Güte. „Ahay“ nimmt sich zurück und setzt vor allem auf die emotionale Kraft des Gesangs von Hilmarsdóttir und Þórhallsson. Auch das Pianostück „Waiting For The Snow“, das von Hilmarsdóttir alleine gesungen wird, kann überzeugen. Andere Songs wie „Wild Roses“ oder „Sleepwalker“ leiden an der zu mainstreamigen Produktion und einem Zuviel an Sounds, die die Emotionen unter sich begraben.

Das Talent, das Of Monsters And Men zweifellos haben und mit Songs wie „Alligator“ auch beweisen, wird häufig leider von einer zu bemühten Anschlussfähigkeit an den Radio-Konsens verdeckt. So strahlt „Fever Dream“ weniger, als es offensichtlich möglich gewesen wäre.

Tracklisting

  1. Alligator
  2. Ahay
  3. Róróró
  4. Waiting For The Snow
  5. Vulture, Vulture
  6. Wild Roses
  7. Stuck In Gravity
  8. Sleepwalker
  9. Wars
  10. Under A Dome
  11. Soothsayer

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