Noel Gallagher’s High Flying Birds – Black Star Dancing

In Reviews von Eric

Nachdem das Psychedelic-Album „Who Built The Moon?“ von vor anderthalb Jahren schon stark in die Richtung wies, ist Noel Gallagher mit der EP „Black Star Dancing“ nun endgültig in seiner Bowie-Phase angekommen. Heißt: es herrscht Experimentierfreude, und die Sounds sind in stetiger Veränderung. Das gilt nicht nur im Vergleich zwischen EP und Vorgänger-LP, sondern auch für alle Songs auf „Black Star Dancing“.

Der Titeltrack – mit einem Four-To-The-Floor-Beat, einer düster-funky Basslinie und schimmernden Synthies – erinnert an die Produktionen von Giorgio Moroder aus den 70er- und 80er-Jahren, gemischt mit den Space-Disco-Sounds von David Bowie zu „Fashion“-Zeiten. Auch Nile Rodgers findet’s angeblich „dope“. Vielleicht deshalb gibt es auch zwei weitere Versionen des Stücks – der 12” Mix ist nahe am Original und fügt nur eine Extraportion Disco-Glamour hinzu, die Reflex-Revision dekonstruiert den Song mehr, setzt ihn mittels Loops neu zusammen und fügt noch eine neue funky Basslinie hinzu, ist aber mit zehn Minuten eindeutig zu lang.

Die beiden anderen neuen Songs unterscheiden sich wiederum (wie versprochen) von „Black Star Dancing“: „Rattling Rose“ nimmt sich einen Space-Jazz-Rhythmus und reichert ihn mit Americana-Grooves und -Gitarren an. „Sail On“ ist noch am nächsten am alten, am Oasis-Noel, indem es seine Schwäche für Akustik-Stücke mit einem Shanty-Vibe kombiniert.

„Tell the world I’m gonna miss them, but I’ve gone to find a place where I belong“, singt der Mann aus Manchester in „Sail On“. Und Noel Gallagher wirkt zurzeit wirklich wie ein Suchender, immer auf der Jagd nach neuen, anderen Sounds. Es muss gerade ziemlich spannend sein, Noel zu sein.

Tracklisting

  1. Black Star Dancing
  2. Rattling Rose
  3. Sail On
  4. Black Star Dancing (12” Mix)
  5. Black Star Dancing (The Reflex Revision)

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