Nicolas Godin – Concrete And Glass

In Reviews von Eric

Ein beliebtes Bonmot lautet: Über Musik sprechen ist wie zu Architektur tanzen. Nicolas Godin, eine Hälfte des französischen Electropop-Duos Air, liefert mit seinem zweiten Soloalbum nun tatsächlich den Soundtrack für letzteres. Zumindest ungefähr, denn Godin – immerhin selbst Absolvent eines Architekturstudiums – bezieht sich für „Concrete And Glass“ auf große Baukünstler (in einem Song werden sogar ihre Namen rezitiert) und deren ikonische Werke und entwirft ihnen zu Ehren Klangräume.

Sollte man die LP architektonisch beschreiben, sie wäre ein helles, luftiges Gebäude mit viel Glas, das die Sonne hereinlässt, mit einem lichtdurchfluteten Atrium und einem kleinen Wasserspiel in der Mitte. Ein Ort, an dem man sich gerne aufhält und der Entspannung ausstrahlt. Godin erreicht das mit ähnlichen Mitteln wie Air auf ihrem Debütalbum, also mit eingängigen Retro-Synthies und leichthändigen Beats, mit Vocoder-geprägtem Gesang und verträumter Stimmung. Die verschiedenen Gast-Sänger*innen fügen sich dabei perfekt ein, ohne groß hervorzustechen.

Dies lässt sich auch für die Songs sagen, von denen ebenfalls keiner hervorsticht, sondern die sich alle im Schönklang des Albums einrichten. Somit ist „Concrete And Glass“ bei aller Anmut auch ein bisschen langweilig geraten.

Tracklisting

  1. Concrete And Glass
  2. Back To Your Heart (feat. Kate NV)
  3. We Forgot Love (feat. Kadjha Bonet)
  4. What Makes Me Think About You
  5. Time On My Hands (feat. Kirin J Callinan)
  6. The Foundation (feat. Cola Boyy)
  7. Catch Yourself Falling (feat. Alexis Taylor)
  8. The Border
  9. Turn Right Turn Left
  10. Cité Radieuse