Modeselektor – Who Else

In Reviews von Eric

Wenn das Nebenprojekt plötzlich größer als die Hauptband ist: Nachdem sich Gernot Bronsert und Sebastian Szary mit Sascha Ring alias Apparat zu Moderat zusammengetan hatten, hatte dieses Trio größeren Erfolg als ihr Ursprungsprojekt Modeselektor. Da im letzten Jahr – nach großem Abschlusskonzert in der Berliner Wuhlheide – damit aber Schluss war, kehren Bronsert und Szary wieder zu Modeselektor zurück.

Auf „Who Else“ scheinen die Beiden zeigen zu wollen, dass sie – nach dem schmusig-nachdenklichen Elektro von Moderat – die Club-Sounds nicht verlernt haben. Die Tracks des Albums sind als kurz-knackige Banger angelegt, nur einer knackt die fünf-Minuten-Marke. Und nicht umsonst ist ein Stück eine Liebeserklärung an einen alten Berliner Techno-Schuppen: „WMF Love Song“ ballert seinen Bass heftig heraus, so dass man ihn im Brustkorb vibrieren spürt. Überhaupt sind die Beats meist brachial auf die Wirkung im Club angelegt. „Prügelknabe“ ist in dieser Beziehung genau richtig betitelt. Abwechslung bieten im energetischen Techno für die Peaktime nur die beiden Tracks mit Gast-Rappern, wobei vor allem die Grime-Reminiszenz „Wealth“ mit der Londonerin Flohio gut funktioniert. Die anderen Tracks sind relativ gleichförmig – trotz des von Modeselektor selbst auferlegten Credos, dass kein Beat, keine Kick, keine Snare, keine Hi-Hat zweimal auftauchen darf.

Viele Tracks werden sicher einzeln auf einem dunklen Dancefloor mit zuckenden Lichtern und Körpern gut funktionieren und machen als Sammlung für DJs Sinn. Als Album funktioniert „Who Else“ aber kaum.

Tracklisting

  1. One United Power
  2. Wealth feat. Flohio
  3. Prügelknabe
  4. Who feat. Tommy Cash
  5. WMF Love Song
  6. I Am Your God feat. OVS
  7. Fentanyl
  8. Wake Me Up When It’s Over

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