Marika Hackman – Any Human Friend

In Reviews von Eric

Das neue Album von Marika Hackman ist stark erotisch aufgeladen. Soweit, so nicht ungewöhnlich in der Musik. Aber – und das ist der Unterschied – hier geht es um Liebe und Sex zwischen zwei Frauen. „Man hört nicht viel über Sex zwischen Frauen in der Musik, oder wenn dann meist aus einer männlichen Fetisch-Perspektive“, erklärt die Britin. „Ich dachte, ich gewinne ein bisschen von dieser Macht zurück.“ „Hand Solo“ lobt die Vorzüge der Masturbation und enthält die schöne Zeile: „Under patriarchal law, I’m going to die a virgin.“ Angeblich auch Hackmans Lieblingssatz der LP.

Doch auch Selbstzweifel werden auf „Any Human Friend“ verhandelt, „The One“ etwa ist das Portrait einer Künstlerin, die sich nach der Trennung von ihrer langjährigen Freundin in einer Identitätskrise befindet. Gleichzeitig ist der Song der poppigste des ganzen Albums. Mit einem optimistisch klingenden Gitarrenlauf und ein paar cheesy Synthesizern im Refrain. „Blow“ und „I’m Not Where You Are“ unternehmen eine Ausflug in die 80ies-Wave-Disco, während „Wanderlust“ und der Titeltrack eher mollige Songwriter-Atmosphäre verströmen. „All Night“ und „Conventional Ride“ erinnern wiederum an 90ies-Slacker-Indie. So bleibt „Any Human Friend“ sowohl textlich als auch musikalisch von Anfang bis Ende spannend.

Tracklisting

  1. Wanderlust
  2. The One
  3. All Night
  4. Blow
  5. I’m Not Where You Are
  6. Send My Love
  7. Hand Solo
  8. Conventional Ride
  9. Come Undone
  10. Hold On
  11. Any Human Friend

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