Maggie Rogers – Now That The Light Is Fading

In Reviews von Eric

Als Maggie Rogers an die New York University kam, um Musik zu studieren, war sie durch und durch ein Folk-Girl. Das setzte sich auch in ihren ersten Bandcamp-Veröffentlichungen fort, bei denen sie mit Banjo in der Hand und Joni Mitchell im Kopf ihren ikonischen Vorbildern folgte.

Mit ihrer ersten Major-EP „Now That The Light Is Fading“ entfernt sich Rogers jedoch vom klassischen Folk und bedient sich einer universellen Popsprache, die auch den Willen zur Charttauglichkeit impliziert. Den Hit dafür hat sie mit dem Stück „Alaska“ gleich im Gepäck, das sogar schon Pharrell Williams während einer NYU-Masterclass-Performance ein Tränchen verdrücken ließ. Der sanfte Groove des Songs setzt sich unausweichlich im Gehörgang fest, während sich Rogers herzerweichend aus der Kälte einer erlöschenden Liebe zu befreien sucht: „I was walking through icy streams that took my breath away. Moving slowly through westward water over glacial plains.“ Im Text bleibt sie damit den existenzialisierten Lebensbetrachtungen des Folk treu, musikalische bedient sie sich aber aus mit stolpernden Beats und flirrenden Synthesizern den Mitteln des kontemporären R´n´B zwischen S O H N und Lorde. Für eine Nummer dieser Klasse ist Rogers‘ mädchenhaft- hypnotisierende Stimme die Sahnehaube, bei anderen Stücken der EP ist sie das Element, das gut gemachte, aber relativ konventionelle Popsongs attraktiv macht – siehe „Dog Years“ und „Better“. Interessanter sind da das mit diversen Loops spielende, an Kelela anspielende „On + Off“ und vor allem der neben Vogelzwitschern nur auf Rogers‘ wunderbare (gedoppelte) Stimme reduzierte, an First Aid Kit erinnernde „Color Song“.

Maggie Rogers ist ein unbestreitbares Talent, dass sich für das Debütalbum noch mehr trauen sollte – sofern man sie hoffentlich lässt. Dass sie Hits schreiben kann, die trotzdem spannend sind, hat sie mit „Alaska“ bereits bewiesen.

Tracklisting

  1. Color Song
  2. Alaska
  3. On + Off
  4. Dog Years
  5. Better

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