Lars Eidinger – I’ll Break Ya Legg

In Reviews von Eric

Die Meisten kennen Lars Eidinger als Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne, als Charakterdarsteller in deutschen Arthouse-Filmen oder als Tatort-Bösewicht. Er ist also als Schauspieler gut ausgelastet. Trotzdem hat er nun ein Album veröffentlicht. Doch wie von Eidinger erwartet, ist es keine typische „Schauspieler singt belanglose Popproduktionen“-Platte geworden – sondern eine rein instrumentale TripHop-LP.

Einige der Stücke von „I’ll Break Ya Legg“ sind bereits in den 1990er-Jahren im Keller von Eidingers Elternhaus entstanden und später als 10-Inches erschienen. Daher erklärt sich auch der Hang zum TripHop, waren doch damals Acts wie Massive Attack, Portishead, Tricky und DJ Shadow das Maß der Dinge. Trotz ihres Alters besitzen die Stücke immer noch einen widerspenstigen Charme. Eher gemächlich fließen die Tracks vor sich hin, der Tanzbarkeit wird sich höchstens angenähert, z.B. in „Laughing Potatoes In A Microwave“. Ansonsten strahlen die Stücke eine melancholische, fast morbide Atmosphäre aus und setzen mehr auf ihre hypnotisierende als ihre Bewegungswirkung. Dass sie nie die Klasse der genannten TripHop-Acts erreichen, ist logisch, dennoch kann man ihnen einen gewissen Reiz nicht absprechen, der durch den LoFi-Sound, die Gaga-Songtitel und die Schreibfehler (Legg!) noch verstärkt wird.

Tracklisting

  1. There Sense Thus Weak
  2. Laughing Potatoes In A Microwave
  3. Ludicous Figure
  4. Empty Teardrop
  5. Hard Spoiled 96
  6. Dynamite Colabear
  7. Where Has My Love Gone
  8. Park Without A Fade Out
  9. Sorehead In Amble Mood
  10. Looking Birds Holes In The Ass
  11. Sad Organ

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