LA Priest – Gene

In Reviews von Wolf

Samuel Eastgate (der gar nicht aus LA kommt) hatte eine Idee; einen Traum; eine Vision. Von einem Drumcomputer, der, genau auf ihn zugeschnitten, seine kreativen Gedanken in hörbare Musik verwandelt. Diesen Traum hatten sicher schon viele, aber er hat es tatsächlich geschafft, ihn zu bauen und ihm sein neues Album gewidmet, fünf Jahre nach seinem Debüt „Inji“.

Etwas zappelig stapft er nun mit besagtem Computer unterm Arm durch den Wald und zieht einen hinter sich her wie einst der berühmte Rattenfänger von Hameln. Der Computer klingt überraschend organisch und wickelt einen schnell um seinen Oszillator, so dass man gleich nach mehr verlangt. Witzige, aber keineswegs alberne Soundspielereien, bei denen auch mal Gedanken an Primal Scream, Daft Punk oder die Neptunes aufkommen können. Musik, um draußen in der Natur zu sein, in die man sich aber auch aus geschlossenen Räumen versetzt fühlt.

Es regnet inzwischen. Der Priester rutscht auf einer nassen Wurzel aus und seine Reliquie gleitet ihm aus den Händen. Irgendwas stimmt jetzt nicht mehr. „Monochrome“ ist gar nicht mono, sondern sehr verdreht und psychedelisch. Auch der nächste Song tanzt aus der Reihe und schleppt sich vertrackt-orientalisch weiter, bevor wieder gewohnte Klänge ans Ohr dringen. Zumindest wenn man „Kid A“ von Radiohead gewohnt ist. Dieser Song gerät leider etwas kurz, aber es folgen noch zwei weitere Track,s die die Experimentierfreude von Eastgate ausführlich zur Schau stellen.

Wer sich traut, hier am Anfang hinterher zu stapfen, wird am Ende bedröhnt auf einer Lichtung liegen bleiben.

Tracklisting

  1. Beginning
  2. Rubber Sky
  3. What Moves
  4. Peace Lily
  5. Open My Eyes
  6. Sudden Thing
  7. Monochrome
  8. What Do You See
  9. Kissing of the Weeds
  10. Black Smoke
  11. Ain’t No Love Affair

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