Júníus Meyvant – Across The Borders

In Reviews von Eric

Songwriter-Soul aus Island ist nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll – jedenfalls wenn man von Júníus Meyvants zweitem Album „Across The Borders“ ausgeht. Darauf präsentiert Unnar Gísli Sigurmundsson, wie Meyvant eigentlich heißt, so sonnendurchflutete, laid-back Songs, dass man ihn vielleicht in Kalifornien oder einem der US-Südstaaten verortet hätte, aber sicher nicht auf einer nördlichen Atlantikinsel.

Großen Anteil an der Wirkung seiner LP hat die warme Stimme Meyvants, die süß und sanft wie Honig in den Gehörgang fließt. Diese Stimme wird in elf fein arrangierten Stücken präsentiert, in denen das Gitarrenspiel des Isländers oft den Ausgangspunkt bildet, aber noch um eine volle Band, Streicher und ein Blechbläserensemble ergänzt wird. Das klingt dann entspannt wie Burt Bacharach in „Lay Your Head“, soulig-schmissig wie in „High Alert“, nach dem eingängigen AOR eines Tom Petty („Let It Pass“) oder in „Until The Last Minute“ sogar ein wenig nach den Rockballaden eines Bryan Adams.

Was alle Songs vereint, ist – neben ihren charmanten Melodien – ihre clevere Orchestrierung. Die Streicher und Bläser sitzen genau an den richtigen Stellen, um die Stücke nicht zu überladen. Das ist hoffnungslos altmodisch und hin und wieder wird es auch ein bisschen kitschig, aber mit seiner Stimme steuert Júníus Meyvant über diese Stellen sicher hinweg.

Tracklisting

  1. Lay Your Head
  2. Love Child
  3. High Alert
  4. Holidays
  5. Across The Borders
  6. Let It Pass
  7. New Waves
  8. Carry On With Me
  9. Punch Through The Night
  10. Draw The Line
  11. Until The Last Minute

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