Jerry Paper – Abracadabra

In Reviews von Wolf

Jerry Paper könnte auch ein Charakter aus der Muppet Show sein. Irgendwie verrückt daneben, liebenswert und den Funk im Blut. Seit gut zehn Jahren wurschtelt er sich unter verschiedenen Pseudonymen durch die kalifornische Musiklandschaft. Derzeit hat er als Jerry Paper eine komplette Band um sich und ein zweites Album draußen.

Sobald man das auflegt, fühlt man sich direkt abgeholt. Auf einen Ausflug mit Mutti ein Capri-Eis im Zoo schleckend, einen Abend mit Burt Reynolds in einer New Yorker Hotelbar der 70er Jahre oder eine andere der skurrilen Geschichten, die in den 13 kurzen Songs erzählt werden. Paper, der wohl an der Kewi University Of Swing studiert haben muss, orgelt entspannt beschwingt, als wäre er der Whitest Boy Alive im Schattenbereich des Motelpools. Trotz offensichtlichen Referenzen an lang vergangene Las-Vegas-Glamour-Sounds klingt die Platte keineswegs historisch. Manch einer könnte auch den Vorwurf der Fahrstuhlmusik erheben, doch genaueres Zuhören lohnt sich, steckt doch viel Liebe in den detaillierten kleinen Spielereien, die es zu entdecken gilt.

„Abracadabra“: eine genussvolle Zauberei, von der man sich gerne verhexen lässt.

Tracklisting

  1. Quicksand
  2. Cholla
  3. All I Need
  4. Spit It Out
  5. Memorial Highway
  6. Trash Can
  7. Drunk Man Talk
  8. Game Night
  9. The Imposter
  10. Body Builder On The Shore
  11. Slow Down, Buddy
  12. Apologist
  13. Puppeteer

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