Helgen – Die Bredouille

In Reviews von Wolf

In Hamburg gehören sie quasi schon zum alten Eisen, überall sonst kann man sie noch getrost als Newcomer bezeichnen: Helgen. Nach ihrem 2017er Debütalbum mit dem großartigen Titel „Halb oder gar nicht“ ist nun ihre zweite Platte erschienen, bei der man den Titel durchaus als Konzept verstehen kann.

Das ist sehr erfrischend in seiner leichtfüßigen Resignation. Frei nach dem Motto „Bergab rollt es sich leichter“ lässt die Band die Schultern hängen und somit alle Sorgen, die auf ihnen lasten, abfallen. So gleiten sie sicher und entspannt durch die Bredouille, in der sie alle feststecken. Das verbreitet nicht nur ungemein erfüllende Gelassenheit, sondern bringt einen auch immer wieder dazu, herzhaft zu lachen. Sei es dank kleiner Seitenhiebe auf Echt, der Fokussierung auf gemeinsame Hasspersonen oder sogar der kreativen Todesvarianten in „Tschüss“.

„Grashalm im Orkan“ wäre auf manch anderem Album sicherlich der Tiefpunkt. Hier wirkt es wie eine fröhliche Mutmachnummer, zieht die Stimmung aber trotzdem runter, weil das hier irgendwie nicht rein passt. Mit „Schlafen“ findet letztendlich doch noch etwas ernste Ernsthaftigkeit Einzug und holt einen wieder runter in die Realität.

Ansonsten hat Oliver Uschmann schon Recht wenn er im Pressetext meint: „Nicht spoilern – anhören“ – und das unbedingt.

Tracklisting

  1. Die Bredouille
  2. Die Geigerzähler geigen
  3. Woran hat es gelegen
  4. Der Grashalm im Orkan
  5. Wie gut dass du spinnst
  6. Tschüss
  7. Trick Track
  8. Tik Tak
  9. Mach dir keine Sorgen
  10. Dumme Ideen
  11. Schlafen

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