Hinds – The Prettiest Curse

In Reviews von Eric

Auf ihrem dritten Album tauscht das spanische Quartett Hinds die LoFi-Attitüde der beiden Vorgänger-Platten gegen einen produzierteren Sound. Das heißt nicht, dass die Madrileninnen jetzt plötzlich wie Dua Lipa klingen, die Gitarren schrammeln immer noch, das Schlagzeug rumpelt und der Bass poltert, aber es klingt nicht mehr wie in der heimischen Garage aufgenommen. Die Instrumente tönen stattdessen kräftiger, und ein paar Studiotricks wie Overdubs gönnen sie sich auch. Die neue Ausrichtung zeigt sich ebenfalls beim LP-Cover, das wie ein sorgsam inszeniertes Gemälde wirkt und kein Backstage-Schnappschuss nach einem schwitzigen Konzert mehr ist.

Charmant bleibt der Slacker-Indierock aber auch in edlerem Gewand. Ein Gutteil dieses Charmes geht auf das Konto der Songschreiberinnen, Gitarristinnen und Sängerinnen Carlotta Cosials und Ana Perrote, die ihre Texte in schnodderiger Nonchalance vortragen. „Viele der Stücke drehen sich um Einsamkeit, Heimweh und das Gefühl, von unseren Liebsten getrennt zu sein“, erklärt Perrote. Daher kommt auch der Titel „The Prettiest Curse“, dem man als professionelle Musikerin ausgesetzt ist.

Besondere Aufmerksamkeit verdient der Song „Just Like Kids (Miau)“, in dem die Band die vielen sexistischen Mansplaining-Kommentare verarbeitet, denen sie als reine Frauengruppe ständig ausgesetzt sind. Denn trotz eines grundsätzlich fröhlichen Tones sind Hinds auch von Wut getrieben – wie es sich für echte Rock’n’Roller geziemt.

Tracklisting

  1. Good Bad Times
  2. Just Like Kids (Miau)
  3. Riding Solo
  4. Boy
  5. Come Back And Love Me <3
  6. Burn
  7. Take Me Back
  8. The Play
  9. Waiting For You
  10. This Moment Forever

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