Granada – Ge Bitte

In Reviews von Eric

Mit längerem Anlauf hat sich das selbstbetitelte Debütalbum der österreichischen Band Granada zu einem kleinen Überraschungshit gemausert. Und auch die Stimmen, die das Quintett als bloße Wanda-Epigonen abtaten, wurden weniger. Wobei der Vergleich auch nie ganz gepasst hat. Wo die Wiener von Wanda ihre alkoholgeschwängerte Melancholie gerne herausstellten, verbinden die Grazer von Granada eingängige Melodien mit augenzwinkernden Texten, die kleine sarkastische Spitzen transportieren – so auch auf dem zweiten Album „Ge Bitte“.

Um als Nicht-Österreicher Sänger Thomas Petritsch zu verstehen, verlangt zwar etwas Konzentration, der sprichwörtliche Schmäh trifft aber unmittelbar. In seinen Alltagsberichten vom schwitzigen Saunagang („Sauna“), von einsamen Schickeria-Mädchen („Marie“), von der Gin-Fixierung der Großstädter („Gin“) oder einer in die Brüche gehende Beziehung im Urlaub („Mallorca im Regen“) steckt immer auch ein Stück Gesellschaftspanorama.

Petritschs Bandkollegen spielen dazu eine locker-indiepoppige Mischung aus Strokes-Gitarren, Vampire-Weekend-Rhythmen und Schunkel-Akkordeon. Ob es allerdings einen weiteren Berlin-Disssong braucht, fragt man sich gegen Ende. Aber dann man merkt man, dass es hier eigentlich um ein gebrochenes Herz geht. Und leidet mit einem kleinen Lächeln mit.

Tracklisting

  1. Miad vom Tanzen
  2. Die Stodt
  3. Sauna
  4. Berlin
  5. Marie
  6. Prada
  7. Messer
  8. Mallorca im Regen
  9. Gin
  10. Kopfverlorn
  11. Vom Herz kummt
  12. Verwoitn

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