Gabriel Olafs – Absent Minded

In Reviews von Martina

Spätestens seit Namen wie Olafur Arnalds oder Lambert hat die klassische Pianomusik auch in der modernen Popwelt ihren festen Platz gefunden. Nun hat ein weiterer Künstler aus dem schönen Island die entschleunigende Wirkung der Musikgestaltung in den Vordergrund gerückt.

Mit fünf Jahren hat Gabriel Olafs mit dem Klavierspielen angefangen. Mit 14 schon schrieb er die erste Single „Absent Minded“ für das nun erschienene gleichnamige Debüt. Nochmals fünf Jahre später faszinierte der junge Pianist auch Björks Manager Derek Birklett, der Olafs bei einem TV-Auftritt sah, was dem Musiker einen Plattenvertrag beim britischen Label One Little Indian einbrachte.

Schon mit den ersten Klaviertakten taucht man in die emotionale Klangwelt von Gabriel Olafs ein. Mit Streicherparts werden die weichen Melodien sanft umrandet. Die entspannenden Songs regen einen eigenen bilderreichen Soundtrack an, der vielleicht den vergangenen Tag, oder die schönsten Momente in der Fantasie erneut ablaufen lässt.

Gedankenverloren fließen die elegischen, nicht zu lang ausgearbeiteten Melodien ins Herz. Nur wenige rauschende Klangakzente, wie in „Lóa“ etwa, mischen sich zum Klavier. Hauchdünn, fast zerbrechlich klingen die Töne in „Another Fall, Another Spring“. Worte wären bei der Musik von Gabriel Olafs fehl am Platz. Die Tasten sagen alles aus, tauchen in tiefe Emotionen ein und verlangsamen die schnelllebige Zeit. Die Stücke bieten einen besonderen Luxus und fordern auf sinnvolle Weise zum leisen Entspannen und Zuhören auf.

Tracklisting

  1. Absent Minded
  2. Bára
  3. Droplets
  4. Cyclist Waltz
  5. Lóa
  6. Anothe Fall, Another Spring
  7. Staircase Sonata
  8. Firma
  9. Floral Hymn
  10. Think Of Home

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