Creams – Olympia II

In Reviews von Martina

Stilistische Nachahmer wird es immer geben und das ist auch gut so. Der Sound von Bands wie My Bloody Valentine oder Slowdive aus Mitte der 80er-Jahre, der die Welt dunkelbunter machte, erfreut auch heute noch die New-Wave-Generationen.

Das Leipziger Trio Creams hat die wummernden, wavigen Melodien, die beim Spielen der Gitarren den Kopf nach unten drücken und den Blick Richtung Boden zieht, ebenfalls für sich entdeckt. „Olympia II“ heißt das von der Band selbst produzierte gute Stück und schließt sich mit seinen neun Songs dem Debüt der Drei soundtechnisch an.

Dumpfe Basslinien, treibende Drums und eine Flut aus Gitarrenakkorden bestimmen den schwermütigen Sound. Über den gitarrenlastigen Brocken schwebt stets eine dunkle Wolke der Zufriedenheit, die den Gesang grau verschleiert und die Instrumente lauter in den Vordergrund schiebt. Es scheint so, als würde die Musik von Creams die Zeit verlangsamen und aus eine Sekunde zwei machen. Wenn die Saiten erst einmal warm gezupft sind, breitet sich der behäbig-warme Klang wie in „Deadhading“ gerne über sechs Minuten aus. „Lets Go On With The Game“ sorgt mit seinen sonnigen Wave-Gitarren und flink gespielten Fingern für ein zweieinhalbminütiges, schwereloses Hörgefühl. Ein dünner, nebliger Schleier setzt sich auch weiter auf den hallenden Stimmbändern fest, dabei schrubben sich die Gitarren in „Trappist“ laut durch die dichte Melodienschicht ans Licht. Der schwere Bass löst kurzerhand auf, um den hellen Tönen etwas Freiraum zu geben. Dann gewinnt die dunkle Macht der Gitarren und übertüncht den Gesang, der nur noch verwaschen in die Ohren dringt. So enden die letzten Takte von „Olympia II“ in bester Shoegaze-Manier.

Tracklisting

  1. Interception
  2. Anthropocene
  3. Fun / Park
  4. Deadheading
  5. Let`s Go On With The Game
  6. N.N.N.
  7. Trappist-1
  8. Ballade Of Contempt
  9. Harlequin
  10. Dionysus Priest

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