Cold War Kids – New Age Norms 1

In Reviews von Eric

„Seasons never change, the sun, it always shines. Swimming in Palm Springs, losing track of time“, heißt es gegen Ende des neuen Albums der Cold War Kids, und bringt die Stimmung der LP gut auf den Punkt. Wie schon der Vorgänger „LA Divine“ dreht sich auch „New Age Norms 1“ – der erste Teil einer Album-Trilogie – um Kalifornien und sein Lebensgefühl. Also der sonnendurchflutete Optimismus, aber auch das zeitliche, räumliche und gesellschaftliche „Anderssein“ des US-Bundesstaats.

Einen Hang zur Hymnenhaftigkeit und großen Gesten hatte das Quintett schon immer, auf „New Age Norms 1“ kommt noch eine gutes Stück Poppigkeit hinzu. Der typische Indie-Rock-Sound bildet das Fundament der Songs, wird aber um einige Klänge erweitert. Vor allem das Piano hat es der Band angetan, das auf fast jedem Stück zu hören ist. Mal verströmt es stolzierend Glam-Rock-Vibes („Complainer“, „Dirt In My Eyes“), mal leitet es die Songs sanft Richtung Blue-Eyed-Soul („Beyond The Pale“, „Calm Your Nerves“). „Fine Fine Fine“ präsentiert einen Background-Chor und erscheint als Gospel-Soul-Pop-Stück. Bei „Wainting For Your Love“ kommt das Piano nur für ein paar Tastenanschläge vor, es verlässt sich auf seine Eagles-Gitarren und seinen smoothen AOR-Sound.

In den Texten, vorgetragen im charakteristischen, leicht schrägen Bluesgesang von Frontmann Nathan Willett, gibt es auch Kritik an den aktuellen Zuständen zu hören, etwa der verbreiteten Ignoranz gegenüber den Ungerechtigkeiten um einen herum („Complainer“) oder den gemischten Gefühlen an patriotischen Feiertagen („4th Of July“). Aber diese kritischen Zeilen werden vom radiofreundlichen kalifornischen Vibe der Songs schnell wieder eingefangen.

Tracklisting

  1. Complainer
  2. Fine Fine Fine
  3. Waiting For Your Love
  4. Beyond The Pale
  5. Dirt In My Eyes
  6. 4th Of July
  7. Calm Your Nerves
  8. Tricky Devil

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