Cloves – One Big Nothing

In Reviews von Eric

Als erstes ist da – diese Stimme! Kaity Dunstan alias Cloves ist mit einem Organ gesegnet, das praktisch schon den Weg zum Popstar vorgibt. Ein großes, kraftstrotzendes Stimmvolumen besitzt die Australierin, das sie auch einzusetzen weiß, aber es auch einmal zurücknimmt und auf die leisen Töne setzt. Von zu viel knödelndem Manierismus, der Künstler*innen mit einer großartigen Stimme teilweise befällt, hält sich Cloves auf ihrem Debütalbum glücklicherweise fern.

Gebettet wird ihre Stimme auf „One Big Nothing“ in Popsongs, die sich vor allem an Versatzstücken aus Soul und Rock bedienen. Eröffnet wird die LP von „Bringing The House Down“, einem Soulpop-Stück, das an die Produktionen von Mark Ronson für Amy Winehouse erinnert. Hier merkt man gleich, dass die Instrumentierung auf den Punkt sitzt, aber immer Cloves’ Stimme die Hauptrolle überlässt – auch wenn in „Wasted Time“ auch einmal eine Rockgitarre den Punch übernehmen darf. Am besten wirken allerdings die balladesken Songs – sei es das reduzierte „Better Now“, das Pianostück „Frail Love“ oder der orchestrale Titeltrack ganz am Ende. Die meisten Stücke wirken durch ihre generischen Einflüsse zeitlos-eingängig. Dies wird besonders deutlich, wenn bei „Hit Me Hard“ plötzlich ein aktueller Bumms-Rhythmus den Lead übernimmt. Das will nicht so recht passen.

Auf ihrem Debüt beweist sich Cloves in verschiedenen Genres, die sie alle zu meistern weiß. Auch wenn eine größere Zuspitzung bzw. Festlegung für die Zukunft nicht schaden würde. Aufgepasst, ihr Adeles, Lana Del Reys und Florence Welchs – es ist neuer Sheriff in der Stadt!

Tracklisting

  1. Bringing The House Down
  2. Wasted Time
  3. Better Now
  4. California Numb
  5. Hit Me Hard
  6. Frail Love
  7. Kiss Me In The Dark
  8. Up And Down
  9. Don’t You Wait
  10. One Big Nothing

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