Children – Hype

In Reviews von Eric

In ihrer Jugend in Neustrelitz waren Steffi Frech und Laura Daede von Children regelmäßige Besucherinnen des Immergut Festivals, wie sie in unserem Interview erzählen. Mit ihrem neuen Album „Hype“ kann man sich das inzwischen in Berlin ansässige Duo gut dort auf einer Bühne vorstellen, vorzugsweise am frühen Abend. Flott genug, um sich dazu ein wenig zu bewegen, aber nicht so sehr, um richtig abzugehen. Cool genug, um sich dazu stilvoll einen anzusäuseln, aber nicht so sehr, dass man statt warmen Bieres einen kalten Gin & Tonic bräuchte. Und mit klugen Textzeilen, um versonnen in den Sonnenuntergang zu blicken, aber nicht so sehr, dass man emotional angefasst wird.

„Hype“ war für Frech und Daede auch ein Neustart, nachdem ihr drittes Bandmitglied, Gitarrist André, ausgestiegen war. In der neuen Zweier-Formation wurde dann herumprobiert, wie man nun klingen wolle. Das dauerte seine Zeit, kann sich im Ergebnis aber hören lassen. Retro-Synthie-Sounds, wie man sie von Metronomy und Roosevelt kennt, bestimmen die Songs. Allerdings sind Children weniger tanzbar als die genannten, vielmehr erinnert die Stimmung an den gechillten Vibe der letzten Bilderbuch-Alben. Die LP hat keinen klaren Hit, dafür gibt es immer wieder kleine Nettigkeiten zu entdecken: karibische Steel-Drums bei „Forever & Ewig“, Flöten bei „Thin Line“, Handclaps bei „Mirror“.

Die Mischung aus deutschen und englischen Texten funktioniert gut, da sie nicht angestrengt wirkt, sondern sich ganz locker fügt, wie etwa in „Die Zukunft“: „Keine Zeit, macht ja nix, keiner hält, was er verspricht. Alles easy, alles fit, wir sind rich ohne Kids.“ Children sehen sich als Chronistinnen eines Gefühls von Veränderungen im Leben und dieser Phase nach dem ersten High Anfang der Twenties, wie sie selbst sagen. Sie pendeln in ihren Texten zwischen Rausch, Kater und diesem unbestimmten Gefühl dazwischen. Gerade letzteres weiß auch ihre Musik gekonnt zu vermitteln.

Tracklisting

  1. Die Zukunft
  2. Dschungel
  3. Hype
  4. Forever & Ewig
  5. Séparée
  6. Hearts
  7. No Sleep
  8. Mirror
  9. Thin Line
  10. Poor Boy

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