Chet Faker – Hotel Surrender

In Reviews von Eric

Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern – denkt nicht nur Konrad Adenauer, sondern auch Chet Faker. Eigentlich wollte der Australier nur noch unter seinem bürgerlichen Namen Nick Murphy veröffentlichen – und tat das albumweise 2019 auch -, doch im vergangenen Jahr erschien wieder ein Song unter dem alten Alias. Faker oder Murphy, Hauptsache Italien gute Musik, könnte man da natürlich sagen.

Und die liefert Faker auf „Hotel Surrender“ auch ab. Die smoothen Beats, die man von seinem 2016er Debüt kennt, kehren zurück, haben für ihn allerdings auch eine kathartische Funktion, ist diese LP doch die erste seit dem Tod seines Vaters. Deshalb ist vieles auch im kontemplativen, langsameren Tempo gehalten, aber dennoch nicht traurig. Es passiert in den selbstproduzierten Songs einiges, die Beats werden von zusätzlicher Percussion aufgehübscht und mit klassischen Instrumenten wie Klavier/Fender Rhodes, Streicher und Saxofon angereichert, was sie sehr organisch klingen lässt. In „Feel Good“ wird es kurzzeitig eine Spur schmissiger, ansonsten gefällt Faker als grüblerischer, soulig-funky Gospel-King, wie er im Abschlussstück „In Too Far“ noch einmal beweist.

Tracklisting

  1. Oh Me Oh My
  2. Low
  3. Get High
  4. Whatever Tomorrow
  5. It’s Not You
  6. Peace Of Mind
  7. Feel Good
  8. I Must Be Stupid
  9. So Long So Lonely
  10. In Too Far