Brandt Brauer Frick – Echo

In Reviews von Eric

Die wichtigste Entscheidung haben Daniel Brandt, Jan Brauer und Paul Frick bereits vor den Aufnahmen ihres neuen Albums „Echo“ getroffen: sie haben diesmal nicht mit dem Dichter und Sängers Beaver Sheppard zusammengearbeitet, der durch seinen nervig-exaltierten Vokalvortrag auf dem Vorgängeralbum „Joy“ wenig Freude bereitete. Jetzt kann man sich wieder voll und ganz den interessanten Kompositionen und elaborierten Percussionstrukturen hingeben, die es auch auf „Echo“ zu entdecken gibt. Nur bei zwei Stücken gibt es Gesang zu hören: Anna Friedberg auf „Echoes“ und Catherine Ringer auf „Encore“ fügen sich aber mit ihren ätherischen Stimmen sehr gut in das Klangbild ein.

Das in Berlin ansässige Trio ist dafür bekannt, unaufgeregt lässig zwischen Klassik und Elektronik zu pendeln, es fühlt sich in Hochkultur-Tempeln genauso wohl wie in dunklen Techno-Clubs. Drum Machines und Synthesizer verweben Brandt Brauer Frick mit Streichern, Klavier und Bläsern zu einer dekonstruierten bzw. neuzusammengesetzten Clubmusik. Bass und Percussion geben pulsierende, verschachtelte, changierende Rhythmen vor, die jedes Stück antreiben. „Rest“ baut sich wie eine große Symphonie auf, „Decades“ kommt immer wieder zu Saiten-Arpeggios zurück, während „Mont Blanc“ geschickt mit verschiedenen Geschwindigkeiten spielt.

Was für coole Klang-Nerds Brandt Brauer Frick sind, lässt sich an der für das Album entwickelten interaktiven Website erkennen. Dort lassen sich die in den einzelnen Tracks verwendeten Instrumente isolieren, um sie einzeln und dann als Ganzes anzuhören. Und gedreht wurde in einem stillgelegten österreichischen Atomkraftwerk.

Tracklisting

  1. Rest
  2. Chamber 1
  3. Decades
  4. Extend
  5. Masse
  6. Echoes
  7. Chamber 2
  8. Fuel
  9. Encore
  10. Chamber 3
  11. Mont Blanc

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