Brandão Faber Hunger – Ich liebe Dich

In Reviews von Eric

Während englischsprachigen Musiker*innen ein „I love you“ in ihren Liedern leicht von den Lippen kommt, steht man in unseren Breiten mit „Ich liebe dich“ schnell unter Kitschverdacht und überlässt das lieber den Schlagerheinis. Faber, Sophie Hunger und Dino Brandão wollen dies ändern und haben gleich ein ganzes Album, das seinen Ursprung in einem Lockdown-Liveprojekt in Zürich nahm, den drei Worten gewidmet.

Niedlich und gleichzeitig schwer verständlich wird das Ganze – zumindest für bundesrepublikanische Ohren –, weil das Schweizer Trio in seiner heimatlichen Mundart singt. Hunger, Brandão und Faber wechseln sich dabei am Mikro ab bzw. singen gemeinsam, und „Ich liebe dich“ wird zu „Iach lieabe diach“. Die Liebe wird dabei in vielen Facetten beleuchtet, von der Liebe als Revolution („Putsch“) bis zur Liebe zur Trunkenheit („Eis hämmer immer no gno“). Instrumentiert werden die Songs fast durchgängig von Folk-Gitarren, aber es werden auch einzelne Vorlieben eingebracht: Angolanische Schlagzeug-Rhythmen von Dino Brandão, Chanson-Dramatik von Faber und jazziges Schubidu von Sophie Hunger.

Als Wunsch gibt das Trio seinem Album mit, „der Kälte und Distanz unserer Zeit, Wärme und Geborgenheit entgegenzusetzen.“ Und wer könnte das gerade nicht gebrauchen?

Tracklisting

  1. Ouverture
  2. Ich liebe Dich, Faber
  3. Putsch
  4. Wäge dem
  5. Mega Happy
  6. Ich liebe Dich, Sophie
  7. Euse Rosegarte
  8. Hoffnigslos Hoffnigslos
  9. Dr Hunger wird schlimmer
  10. Ich liebe Dich, Dino
  11. E Nacht a de Langstrass
  12. Eis hämmer immer no gno
  13. Derfi di hebe

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