BLVTH – I Love That I Hate Myself

In Reviews von Martina

Nach einigen Mini-Alben erscheint nun das „richtige“ Debüt-Album des viel beschäftigten Multitalents BLVTH. Zunächst als Producer im Hintergrund für Acts wie Casper, Materia und neulich noch mit Kraftklubs Kummer, steht Patrick Denis Kowalewski irgendwann selbst hinter dem Mikrophon. Dabei kommt ein komplexer Mix zusammen, der Elektronik, sowie Rap- und HipHop-Elemente verbindet.

Gleich das erste Stück erzeugt Ohrensausen, als würde ein Schwarm Bienen durch den Kopf brausen. Zum Titel „I Hate Myself“ passend, wie eine angestaute Aggression. Doch einmal Kopfschütteln und der fette Sound ergibt in „Stranger“ eine wuchtige, dennoch sortierte Melodie. Auch wenn alles glatt klingt, bleibt der nächste Angriff der stromigen Erzeuger nicht aus. Synthies flimmern, kratzen, formen Ohrwürmer, die sich wieder auflösen und im freshen HipHop oder R&B weiter wandeln. Das Wimmelbild aus Sound-Effekten wird mit hallenden Vocals oder hymnischen Gesang vereint. Neben Englisch gibt BLVTH auch eine Kostprobe in Deutsch und Polnisch. „Cinnamon“ hingegen kommt komplett ohne Worte aus.

Kurz vor Schluss gibt es den klanglichen Gegensatz zum Ping-Pong aus Selbstliebe und Selbsthass. Hier werden die Klänge des Debüts mächtig gedrosselt. Gespenstisch ohrenanhänglich erscheint der fast schon himmlische Sound in „Twi$$$ting and Turnin“, in dem die Gitarre in den Fokus rückt. Sprachlich nicht ganz verständlich, ändert sich die anfängliche Meinung des Sängers mit dem Titel „I Love Myself“ irgendwie doch, vielleicht weil es gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist, auf sich selbst zu achten.

Tracklisting

  1. I Hate Myself
  2. Stranger
  3. Arigato
  4. Butterfly
  5. Haha
  6. Kaputt
  7. Bail Out
  8. Pow Pow
  9. Cinnamon
  10. Twi$$$ting and Turnin
  11. I Love Myself

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