Ben Khan – Ben Khan

In Reviews von Eric

Nachdem Ben Khan 2015 mit zwei EPs einige Aufmerksamkeit generieren konnte, brauchte er in der Folge drei Jahre, um sein nun vorliegendes Debütalbum zu veröffentlichen. Das Momentum des ersten kleinen Hypes ist damit natürlich passé, aber genau das scheint der Londoner zu beabsichtigen. Für ihn muss die Kunst selbst sprechen, zu viele Erklärungen stören nur das Erlebnis.

Diese Einstellung mag man ein bisschen borniert finden, dennoch sprechen die reichen Sounds von Khans selbstbetiteltem Werk wirklich zu den Hörer*innen. Obwohl die Songs den angesagten Bedroom-Producer-Style als Ausgangspunkt nehmen, klingen sie doch groß, teilweise sogar bombastisch. Da Flood (u.a. U2, The Killers, PJ Harvey) Khan als Produzent zur Seite stand, ist dies allerdings kein Wunder. Trotz des Stils schaffen die Stücke Intimität – nicht nur, weil sie sich um die Schwierigkeiten der Liebe drehen, sondern auch dank Khans intensiver Stimme. Durch den funky R’n’B von „2000 Angels“, „Monsoon Daydream“ oder „Love Faded“ schießen Synthesizer-Strahlen wie aus 80er-Jahre-Science-Fiction-Streifen. Dazu kommen staubige, verlangsamte House-Beats und indische/südasiatische Einflüsse, die Khan bei einer Reise durch Kaschmir, der Heimat seines Vaters, aufsog. Manche Tracks sind auch mehr Snippets als Songs, die Ideen kurz anspielen, aber nicht wirklich zu Ende bringen.

Der frühe Justin Timberlake, Jamie Lidell, Vangelis, Twin Shadow, Nicolas Jaar könnte man als Refenrenzpunkte für Khans Musik anführen. Aber er würde wahrscheinlich nur sich selbst als Einfluss nennen. Genau diese Mischung von Bekanntem unter neuen Voraussetzungen macht die Spannung von „Ben Khan“ aus.

Tracklisting

  1. 2000 Angels
  2. Do It Right
  3. Monsoon Daydream
  4. Ruby
  5. a.t.w. (against the wall)
  6. Fool 4 You
  7. The Green
  8. Soul Into The Sun
  9. Our Father
  10. Love Faded
  11. dntwntyrluv
  12. Merchant Prince
  13. ruby1strecording
  14. Waterfall
  15. Warriors Rose

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