Ätna – Made By Desire

In Reviews von Eric

Nach Kunstraub, Pegida und verlorenem Weltkulturerbetitel braucht Dresden mal wieder positive PR. Das Duo Ätna könnte für diese sorgen. Inéz Schaefer und Demian Kappenstein sind zwar nur zugezogen, aber das sehen die Sachsen anscheinend nicht so eng. Sie würden unterstützt, lässt die Band verlauten, weil sie zeigen, dass Dresden ein vielfältiger Ort ist.

Für die Sound-Ästhetik ihres Debütalbums orientieren sich Ätna an großen Vorbildern. Mehr als einmal muss man beim Hören von „Made By Desire“ an The Knife bzw. Fever Ray denken. Nicht nur, weil Schaefer praktisch genau wie Karin Dreijer singt, von der Stimmlage bis zur seltsamen Phrasierung, sondern weil der avantgardistische Elektropop von Ätna mehr als eine Hommage an den Klang der Schweden ist. Das wirkt allerdings bei „Won’t Stop“, „Come To Me“ und „Ruining My Brain“ schon sehr abgekupfert. Wenn sich Schaefer und Kappenstein aber etwas weiter von ihren offensichtlichen Idolen entfernen, klingt es weniger nach Musizieren nach Zahlen, etwa bei den klaviergetragenen Balladen „Try“ und „As Fast As I“, oder dem leichthändigen Clever-Pop von „Touch My Fantasy“ und dem Titeltrack. Hier gibt es zwar andere Ähnlichkeiten, und zwar zu Christine And The Queens, aber dennoch machen Ätna hier einen eigenständigeren Eindruck.

Wenn sie das weiter ausbauen, sollte Dresden alles dafür tun, das Duo in der Stadt zu halten. Denn solche Botschafter*innen gonnste dir nich goofn.

Tracklisting

  1. Won’t Stop
  2. Touch My Fantasy
  3. Come To Me
  4. Ruining My Brain
  5. Made By Desire
  6. Try
  7. If You Were Gone
  8. La La La La La
  9. Like That Game
  10. As Fast As I

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