Gurr

In Interviews von Eric

Nach dem Überraschungserfolg ihres charmant-rumpeligen Debütalbums „In My Head“ vor zweieinhalb Jahren veröffentlichten Gurr mit der EP „She Says“ kürzlich den heißersehnten Nachfolger.

Für unser Interview meldeten sich Andreya Casablanca und Laura Lee Jenkins aus Philadelphia, dem ersten Stop ihrer gemeinsamen US-Tour mit Priests. Sie berichten über den nicht ganz einfachen Weg bis zur EP, abgelegene Orte in den USA und ihren naiven Tatendrang.

Soundmag: Viele Fans haben sich ein neues Album von euch gewünscht, jetzt habt ihr „nur“ eine EP veröffentlicht. War das eine Entweder-oder-Entscheidung, EP oder Album?

Andreya: Laura hat hier einen schönen Blog-Eintrag geschrieben 🙂

Laura Lee: Aber um es kurz zu machen: wir haben viel zwischen den Touren und Festivals geschrieben und am Ende waren die Songs zu unterschiedlich für ein Album. Bei den jetzigen sieben Songs fühlt es sich aus einem Guss an, auch wenn sie aus verschiedenen Einflüssen stammen.

Soundmag: Ihr hattet ein neues Album schon im vergangenen Sommer in Interviews angekündigt. Was hat sich seitdem geändert?

Andreya: Wir dachten auf jeden Fall, dass wir an einem zweiten Album arbeiten, aber im Prozess hat sich es dann eben verändert. Wir waren sehr viel auf Tour und hatten nicht so viel Zeit und Kapazitäten.

Soundmag: Die neuen Songs der EP klingen anders, ruhiger als gewohnt. Wolltet ihr euren Sound bewusst etwas ändern?

Andreya: Nein auf keinen Fall, wir sind da ziemlich organisch rangegangen. Die Songs auf „In My Head“ haben wir ja schon zwei Jahre vorher Live gespielt und hatten beim Aufnehmen des ersten Albums kaum Studio-Erfahrung. Das hat sich bei den neuen Songs dann verändert.

Soundmag: In unserer Review der EP schrieben wir von einem Sound, der an Kalifornien erinnert. Könnt ihr das nachvollziehen?

Andreya: Naja, viele Leute haben das auch über unser erstes Album gesagt. Ich glaube nicht, dass wir spezifisch an Kalifornien denken, aber denke das Gefühl kann ich schon ganz gut nachvolllziehen.

Soundmag: Auf „She Says“ gibt es wie auf eurem ersten Album wieder einen Song auf Deutsch. Ist das euer kleines Trademark?

Andreya: Wir haben das echt nicht mit Absicht gemacht! „Zu Spät“ haben wir auch relativ spät erst geschrieben und aufgenommen. Der deutsche Text kam sehr natürlich und ein englischer ist mir auch gar nicht eingefallen.

Soundmag: Seit der Veröffentlichung von „In My Head“ vor zweieinhalb Jahren ist viel passiert, ihr seid sehr positiv aufgenommen worden, auch im Ausland. Wie habt ihr die letzten Jahre wahrgenommen?

Laura Lee: Wir hätten nie damit gerechnet, dass unser erstes Album so erfolgreich wird. Es gibt soooo unendlich viele gute Musiker mit spannenden Projekten und es ist so schwer (und manchmal auch ganz schön willkürlich), da irgendwie rauszustechen und sich bemerkbar zu machen. Also auch wenn ich nicht ganz verstehe, wie es passiert ist, sind wir unheimlich dankbar, dass seitdem so viele Leute unsere Musik gehört haben, zu unseren Shows kommen. Oder uns sonst irgendwie verfolgen…

Soundmag: Gab es ein besonderes Highlight in dieser Zeit?

Laura Lee: Ich habe bei sowas immer ein totales Kurzzeitgedächtnis und denke immer, das größte Highlight ist der Moment gerade: Ich meine wir Touren gerade durch die USA, fahren in Philadelphia ein, heute Abend spielen wir mit Priests… das ist schon ganz schön verrückt!

Soundmag: Wie würdet ihr Gurr heute mit den Gurr vor zweieinhalb Jahren vergleichen?

Andreya: Wir sind auf jeden Fall etwas schlauer geworden, aber haben immer noch denselben naiven Tatendrang wie vor zweieinhalb Jahren.

Soundmag: Ihr seid jetzt mit Priests auf längerer US-Tour. Was erwartet ihr euch von der Tour?

Laura Lee: Auf jeden Fall einige lange Autofahrten!!! Ich habe ein Jahr in Philadelphia gelebt, Andrea in Santa Cruz, wir waren beide schon oft hier und haben viele Freunde hier deshalb hält sich der „Kulturschock“ etwas in Grenzen. Ich bin vor allem auf die abgelegeneren Orte gespannt an denen ich noch nie war, z.B. Omaha oder Des Moines. Von dem letzteren hatte ich vor dieser Tour um ehrlich zu sein noch nie gehört.

Soundmag: Habt ihr auch ein bisschen Respekt davor, in den USA zu touren?

Andreya: Glaube wir freuen uns vorrangig einfach nur 🙂

Laura Lee: Ja, ich denke auch, dass sich die Leute an den Shows gar nicht so stark unterscheiden werden – sind ja auch alles nur Indie-Kids, die immer noch Gitarren-Musik hören…

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