Gurr – She Says

In Reviews von Eric

(Fast) Aus dem Nichts trafen die rumpeligen (Post-)Punk-Pop-Songs von Gurrs Debütalbum vor zweieinhalb Jahren direkt in Herz und Beine. Weil Andreya Casablanca und Laura Lee Jenkins hörbar einfach die Musik machten, auf die sie Bock hatten, und damit sogar außerhalb Deutschlands Erfolg hatten.

Nach der Single „Hot Summer“ im vergangenen Jahr legt das dynamische Duo nun wieder eine längere Veröffentlichung vor. Zwar nicht die von vielen erhoffte zweite LP, aber immerhin eine EP mit sieben neuen Songs. Auf „She Says“ tauschen Gurr ihren britischen Garagen-Sound gegen Klänge, die an Kalifornien erinnern. Das sanft-luftige Titelstück und „Of Hollywood“ könnten einer Jam-Session im Laurel Canyon in den 1970er Jahren entsprungen sein. Bei „Fake News“, dessen Text die zunehmende Fragmentierung der (Informations-)Gesellschaft reflektiert, kommt noch eine kleine Prise Psychedelik hinzu. Auch ein auf Deutsch gesungenes Stück (wie „Walnuss“ auf dem ersten Album) gibt es wieder – in „Zu Spät“ wird zu einer sehnsuchtsvollen Gitarre sinniert, ob man denn nun in die neu kennengelernte Person verliebt ist oder nicht. Am ehesten nach den „alten“ Gurr klingt das schmissige „Middleton Mall“, zu dem sich ordentlich das Haupthaar schütteln lässt.

Man muss der Band hoch anrechnen, dass sie nicht auf Nummer sicher geht und einfach ihr Erfolgsrezept eins zu eins weiterspinnt, sondern sich weiterentwickelt, aber dabei immer noch Gurr bleibt. Die Beiden scheinen noch einiges vorzuhaben…

Tracklisting

  1. She Says
  2. Bye Bye
  3. Middleton Mall
  4. Of Hollywood
  5. Zu Spät
  6. Fake News
  7. Hush

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