Kelela – New Avatar

In Reviews von Eric

Kelela ist nicht damit zufrieden, „nur“ R’n’B zu machen. Genauso wichtig sind für sie elektronische, clubbige Sounds. Beides fusioniert die Frau aus Washington, D.C. zu einem dunkel-pulsierenden Klang, zu dem auf ihrem dritten Album „New Avatar“ nun auch noch verzerrte Gitarren dazukommen.

Dazu passt, dass Kelela ihre Musik nicht als reine Hintergrund- oder Tanzbeschallung verstanden wissen will. „Dieses Album findet Trost in der Konfrontation“, sagt sie. „Ich möchte nicht, dass die Musik von dem ablenkt, was wirklich in der Welt vor sich geht; ich möchte, dass sie in dieser verrückten Zeit Sinn ergibt und den Menschen gleichzeitig hilft, mit der Schönheit und Freude in Kontakt zu kommen, die sie ebenfalls erleben.“

Dabei beginnt „New Avatar“ ganz sachte, mit einer sanft gezupften Gitarre und Kelelas butterweichem Gesang, bis nach einer Minute die Distortion- und Reverb-Effekte für die Gitarre angeworfen werden. Bei „Crystalize“ klingt der Sechssaiter nach einer 80s-Ballade von Prince, bei „Linknb“ nach dem bluesigen Jazz eines Oscar Jerome. Nichtsdestotrotz bleibt Kelela in ihrem Ursprungssound verwurzelt, wie das pulsierende „Point Blank“ oder das beatlastige „Don’t Piss Me Off“ zeigen.

Kelela bleibt auch mit ihrem dritten Album der Referenzpunkt für eleganten, futuristischen R’n’B.

Tracklisting

  1. Idea 1
  2. Point Blank
  3. Goin Down
  4. Outta Time (feat. A.K. Paul)
  5. Against Me
  6. Crystalize
  7. Retaliation Lullaby
  8. Linknb
  9. Don’t Piss Me Off
  10. New Life Forms (feat. Fousheé)
  11. The Bridge (feat. PinkPantheress)
  12. If We Meet Again