Wood River – More Than I Can See

In Reviews von Wolf

Wood River, ein Kaff nahe St Louis am gleichnamigen Fluss im Südwesten von Illinois. Warum die aus Berlin stammende und inzwischen in New York lebende Musikerin Charlotte Greve diesen Namen für ihre Band gewählt hat, ist nicht belegt. Diverse Preise, die sie für verschiedene Jazz-Projekte erhielt, dagegen schon.

Diesen Ursprung hört man auch in ihrer Band. Geradlinig läuft hier auf jeden Fall nichts. Plötzliche, präzise Rhythmuswechsel, die Stimme als Instrument, kleine Synthie-Spielereien zwischendrin, und dann taucht unerwartet eine Gitarre auf, die das vorher Gehörte auf den Kopf stellt. Immer wieder setzt Greve auf ihrem Paradeinstrument, dem Saxophon, Akzente. Es fühlt sich an, als würde man einer Jamsession beiwohnen. Man spürt direkt, wie sich die vier Musiker*innen die Bälle zuspielen, ohne dass einzelne Instrumente die Überhand gewinnen würden. Das Ziel, als Band gemeinsam einzigartige, bewegende Werke außerhalb der Genregrenzen zu schaffen, verlieren sie nicht aus den Augen, und es gelingt ihnen auch sehr gut.

Ein Album, das auf dem Dancefloor versagt, aber einer eingehenden Betrachtung auf der heimischen Stereoanlage lohnt.

Tracklisting

  1. Future Fun
  2. The Procrastinator
  3. See
  4. Pete Vinegar Likes It Sweet
  5. Shifter
  6. Hidden Word
  7. Jammz
  8. Returners