Tuvaband – I Entered The Void

In Reviews von Eric

Anders als der Name suggeriert, steckt hinter dem Künstlernamen Tuvaband keine Gruppe, sondern nur eine Person. Diese heißt bürgerlich Tuva Hellum Marschhäuser und ist eine in Berlin lebende norwegische Singer/Songwriterin, die mit „I Entered The Void“ ihr zweites Album vorlegt. Dessen Titel ist wörtlich zu nehmen, da sich Tuva für den Aufnahmeprozess komplett aus ihrem sozialen Leben zurückzog, um sich ganz ihrer Musik zu widmen.

Diese Isolation meint man in den Songs hören zu können. Die Künstlerin scheint direkt aus der Einsamkeit zu ihren Hörer*innen zu sprechen. Ängste und Identität sind weitere wiederkehrende Themen des Albums. Die Instrumentierung aus Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthesizer changiert zwischen langsamem Folk-Rock, dunklem Post-Punk und sanft anschwellendem Post-Rock. Hin und wieder gönnt sie sich auch einen Lautstärke-Ausbruch („Ambiguous Flies“, „Submerged“).

Dennoch haben die Stücke eine kunstvolle, düstere Eleganz, wie man sie von nordischen Künstlerinnen erwartet – man denke nur an Lykke Li oder Karin Dreijer, deren Sound artverwandt mit dem von Tuvaband ist. Auch Laurel, Girl In Red und Snail Mail kommen als weitere, aktuellere Vergleiche in den Sinn, nicht zuletzt, was den verwaschenen Gesang betrifft. Den Abschluss der LP bildet jedoch ein reines Instrumentalstück. „Void“ ist mehr eine Sammlung von Klängen als ein Song im herkömmlichen Sinne und scheint vom Ende der Welt zu kommen. Is there anybody out there?

Tracklisting

  1. I Entered The Void
  2. He Said Me Too
  3. Genuine
  4. Ambiguous Flies
  5. Young Adults And Old Grown Ups
  6. Submerged
  7. Arthur
  8. Poisoned
  9. I Don’t Feel Much Wiser
  10. The Void

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