Trixsi – Frau Gott

In Reviews von Wolf

Hinter Trixsi verbirgt sich eine „Zusammenrottung Hamburger Gewohnheitstrinker“. Genauer gesagt eine Art Allstar-Band aus Mitgliedern von Herrenmagazin, Jupiter Jones, Findus und Love A. Sie wissen ein schönes warmes Bier zu schätzen und sind auch sonst nicht sonderlich anspruchsvoll. Hervorragende Grundvorraussetzungen für etwas unbeschwerten, knackigen Punk. Davon konnte man sich bereits durch die Vorabsingles „Autobahn“ und „Wannabe“ überzeugen, die sich standesgemäß um das Thema der langweiligen angepassten Masse drehen.

Mit „Dagn Dagn“ und “IroCityExpress” gibt es noch zwei weitere derartige Songs auf dem nun erschienenen Debutalbum. Leider sind diese ganz am Ende der Platte und bis dahin muss man durch ganz schön was durch. Denn Trixsi sind wohl doch gar keine Saufköppe, eher scheinen sie schon mit einer Arschbacke im Schaukelstuhl vor dem Nachmittags-Fernsehprogramm zu sitzen und sich darauf zu freuen, bald ins Bett gehen zu können. Tausendmal gehörte, jammerige Slogans auf Teenagerniveau; Humor wie aus dem Quatsch Comedy Club. Ich bin so traurig, ich werde alt, ich weiß nicht wohin, ich habe eine verkackte Beziehung, Gott ist schwarz, lesbisch und müde und das Thema „Ich wäre gerne wieder ein Kind“ wurde nicht zuletzt von Peter Maffay schon ausgiebig besprochen.

„Menschen“, ein reduzierter Song mit hektisch gesprochener Strophe, hätte echt gut werden können, wäre da nicht der kitschig belehrende Refrain. So klingt es letztendlich dann doch wieder nur nach einer Schülerband, deren Vorbilder Revolverheld und Die Ärzte sind. Schade, die Sternburgs standen hier eigentlich ganz gut. Das nächste mal vorher vielleicht doch noch ein paar Bier mehr trinken.

Tracklisting

  1. Jana Lüttich
  2. Trauma
  3. Ab Morgen
  4. Frau Gott
  5. Autobahn
  6. Stetig/Redlich
  7. 7 oder 9
  8. Wannabe
  9. Menschen
  10. Dagn Dagn
  11. IroCityExpress

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