Travis – 10 Songs

In Reviews von Eric

Nach 25 Jahren Bandgeschichte darf man auch mal einen unkreativen Albumtitel wählen. Also, die neue LP von Travis heißt „10 Songs“. Und Fran Healy, Andy Dunlop, Dougie Payne und Neil Primrose liefern darauf das, was man auch von ihren vorhergehenden acht Alben kannte: den typischen melodieseligen, gefühlvollen und emotional berührenden Sound, der die Schotten zu den liebsten Indie-Schmusebären der Insel macht.

Dabei ist „10 Songs“ ein erwachsenes Album geworden, wie man es von vier Endvierzigern auch erwarten darf. „This is no rehearsal, this is the take“, heißt es im Eröffnungsstück – wenn die 50 schon am Horizont leuchtet, wird das Leben nun wirklich ernst. Das Schöne dabei: das Träumen bzw. die Verträumtheit will sich Songwriter und Sänger Healy in seinen Stücken dennoch nicht verbieten lassen, immer garniert mit der Travis-typischen Melancholie. Ging es früher um den Regen, der einen ständig erwischt, ist nun die vergehende Zeit ein wiederkehrendes Thema, etwa in „Butterflies“: „And you’ve had all your life to dream about it. But you never did a thing about it, just waste time.“

Musikalisch wagt sich das Quartett nie außerhalb der bekannten Koordinaten, ist aber trotzdem abwechslungsreich. Das piano- und schlagzeuggetriebene „Waving At The Window“ umfängt zu Beginn moll(ig)-warm, „Butterflies“ und „The Only Thing“ zeigen Country-Einflüsse, wobei letzteres noch durch die Vocals von The Bangles-Sängerin Susanna Hoffs geadelt wird. „Valentine“ referiert mit seiner rauen Rockigkeit auf das Travis-Debüt „Good Feeling“, „A Ghost“ reißt peppig im Walzer-Rhythmus mit. Und „Nina’s Song“ ist in seiner Verneigung vor dem Spätwerk der Beatles einfach wunderschön.

Ein Album wie ein Licht in dunkler Nacht, eine Band wie ein lebenslanger Freund.

Tracklisting

  1. Waving At The Window
  2. The Only Thing
  3. Valentine
  4. Butterflies
  5. A Million Hearts
  6. A Ghost
  7. All Fall Down
  8. Kissing In The Wind
  9. Nina’s Song
  10. No Love Lost

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