Tom Meighan – The Reckoning

In Reviews von Eric

Mit wem will Tom Meighan titelgebend abrechnen? Mit seiner Ex-Band Kasabian, die ihn nach Verfehlungen hinauswarf? Oder eher mit sich selbst bzw. seinem „alten Ich“, das durch Alkoholprobleme auffiel und – als Tiefpunkt – vor Gericht des tätlichen Angriffs auf seine Freundin schuldig gesprochen wurde? Der Text des angemessen pathetisch instrumentierten Titelstücks, ganz am Ende des Debütalbums platziert, spricht für die zweite These: „I come as who I am now as soon as I can stand“, singt Meighan, begleitet von einer Gitarre wie vom Nirvana-Unplugged-Album, über seinen schweren Weg vom Saulus zum Paulus mittels professioneller Hilfe und Versöhnung mit der Freundin (inzwischen Ehefrau).

Von diesen Texten über das Aufstehen, wenn man am Boden liegt, über das Überstehen von schwierigen Zeiten, gibt es einige zu hören auf „The Reckoning“. Vorgetragen von der immer noch großartigen, rauen Stimme des Engländers, der die balladesken Songs genauso überzeugend vorträgt wie die schnelleren, rockigen Stücke, die eine gewisse Ähnlichkeit zu Kasabian nicht verbergen können/wollen – „Shout It Out“, „Don’t Give In“ und „Moving On“ sind hierfür hervorragende Beispiele.

Es ist gut zu hören, dass Tom Meighan seine Dämonen inzwischen im Griff zu haben scheint. Und wenn dabei noch ein gutes Album wie „The Reckoning“ herauskommt, umso besser.

Tracklisting

  1. Rise
  2. Deep Dive
  3. Daytona Racing
  4. Shout It Out
  5. Don’t Give In
  6. Scared
  7. Acrobat
  8. Thinking On Our Feet
  9. Better In The Dark
  10. Everyone’s Addicted To Something
  11. Moving On
  12. The Reckoning