Bleachers – Everyone For Ten Minutes

In Reviews von Eric

Eigentlich sollte man denken, dass Jack Antonoff mit seiner Tätigkeit als Superstar-Produzent (u.a. Taylor Swift, Lana Del Rey) gut ausgelastet ist. Aber der Mann aus New Jersey steht regelmäßig selbst auf der Bühne, als Frontmann seiner Band Bleachers. Und er veröffentlicht immer wieder Alben, „Everyone For Ten Minutes“ ist bereits die fünfte LP der Bleachers.

Diese klingt, wie sollte es anders sein, herausragend produziert – Bruce Springsteen trifft Taylor Swift, im guten Sinne. Jedes Instrument ist zu hören und fügt sich doch in den Gesamtkontext ein. Mal meint man, jede einzelne Bass- und Gitarrensaite wahrzunehmen („We Should Talk“), dann heult am Ende kurz eine Mundharmonika auf („The Van“). Und es tritt immer wieder das E-Street-Band-Saxofon nach vorne, das die Bleachers längst zu ihrem eigenen Markenzeichen gemacht haben. Seine Stimme belegt Antonoff mit verschiedenen Halleffekten, ohne hierbei zu übertreiben.

Woran „Everyone In Ten Minutes“ allerdings bei allem tollen Sound krankt, ist eine nötige Anzahl an denkwürdigen Songs. Ausnahmen wie „Sideways“ oder „Take You Out Tonight“ machen umso deutlicher, dass vieles einfach angenehm durchläuft, ohne dass man zum Repeat-Button zuckt. Denn bei vielen Stücken scheint irgendwie ein richtiger Refrain vergessen worden zu sein.

Trotz ähnlicher Herkunft und der offensichtlichen Hommage im Sound, ein Springsteen ist Jack Antonoff nicht.

Tracklisting

  1. Sideways
  2. The Van
  3. We Should Talk
  4. You And Forever
  5. Dirty Wedding Dress
  6. Take You Out Tonight
  7. Can’t Believe You’re Gone
  8. Dancing
  9. She’s From Before
  10. I’m Not Joking
  11. Upstairs At ELS