The Legendary Tigerman – Misfits

In Reviews von Martina

Immer wieder gibt es Bands, die anscheinend wie aus dem Nichts auftauchen. Schaut man etwas näher hin, ist man oft erstaunt, dass der Künstler schon einige hörenswerte Jahre hinter sich hat. So auch The Legendary Tigerman, dessen Debüt 2002 erschien. Auf dem strahlenden Cover seines Neulings verschränkt Paulo Furtado beide Arme vor seinem Gesicht, dabei ist auf dem Album des portugiesischen Sängers alles drin, was ein gutes Stück Rock und Blues benötigt. Da gibt es keinen Grund, sich zu verstecken.

Als Verkoster von „Misfits“ hat man mit The Legendary Tigerman schnell Freundschaft geschlossen. Gleich zu Beginn werden die Saiten der Gitarren mit dumpf wabbelndem Unterton in Richtung Rock and Roll angetrieben. Zum kraftvollen Spiel bekommt die Stimme ein zweites Gesicht und wird mit viel Hall charmant manipuliert. In den wuchtigen Sound von „Fix Of Rock’N’Roll“ mischt sich der schrille Klang eines Saxophons und intensiviert den rockigen Ton. Dieses Stück bestätigt, dass das Live-Einspielen der Songs die richtige Entscheidung war.

Auf Rock folgt mit „The Saddest Girl On Earth“ ein satter Blues-Song mit dunkler Basslinie und lautstarkem Schlagzeug. Zu diesem deftigen Soundgebilde klingt der hallgeformte Gesang ziemlich mild. Der pulsierend-satte Weg wird nicht mehr verlassen. Das Zusammenspiel aus Kraft und Melodie haftet bis zum Schluss an Gitarre, schwerem Bass und den wuchtigen Drums. So entsteht eine dichte Soundwand, die nichts zum Einstürzen bringt.

Das letzte Drittel von „Misfits“ klingt wie aus einer anderen Zeit, wenn das Volumen der Instrumente bei „Child Of Lust“ plötzlich halbiert wird. Mit „To All My (Few) Brothers“ wird erneut in eine andere Richtung gelenkt und die Spielzeit von knapp 39 Minuten im folkigen Klang beendet.

Tracklisting

  1. Motorcycle Boy
  2. Fix Of Rock`n`Roll
  3. The Saddest Girl On Earth
  4. Red Sun
  5. Sleeping Alone
  6. Black Hole
  7. Holy Muse
  8. I Finally Belong To Someone
  9. Child Of Lust
  10. About Alice
  11. To All My (few) Brothers

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