Sophia Kennedy – Sophia Kennedy

In Reviews von Eric

Sophia Kennedys selbstbetiteltes Debütalbum ist der Musik gewordene Ausdruckstanz. Sprunghaft, hibbelig, auch mal ungelenk, aber dann voller Hingabe, Leidenschaft für den Moment, und am Ende nicht an ein Publikum gerichtet, sondern für und aus sich selbst entwickelt. Kennedy klickert und klackert, plingt und plongt elf Songs lang durch die Genres wie eine Flipperkugel. Orchesterpop und Chicago House, Lounge-Jazz und Elektropop, Afrobeat und Future-R´n´B. Pianos, Trompeten, Tamburine, Orgeln, Maultrommeln sind zu hören.

Trotz der vielen Teile schafft es die aus Baltimore stammende und in Hamburg lebende Künstlerin, die vielen, vielen bunten Soundteile zusammen mit ihrem Produzenten Mense Reents (Die Goldenen Zitronen) zu einem stimmigen Bild zusammenzupuzzeln. Das liegt einerseits daran, dass bei aller Frickeligkeit die Klänge nie überfordern. Geschickt werden sie eingehegt, und innerhalb dieser Grenzen darf dann alles passieren. Andererseits liegt es an Kennedys Gesang, der meist Zeilen im Stream of Consciousness vorträgt. Aber vor allem ist es ihre Stimme, die mit irrlichternder Kraft durch die Stücke fliegt. Mal als zusätzliches Rhythmusinstrument eingesetzt, mal alleine die Melodie tragend, mal divenhaft über dem Instrumentarium thronend. Dabei kann sie sowohl schneidend und unerbittlich klingen, und im nächsten Song ätherisch und zart.

Eine Stimme, ein Album das man staunend entdecken kann. So bunt wie das Cover ist auch Sophia Kennedys musikalische Welt.

Tracklisting

  1. Build Me A House
  2. Dizzy Izzy
  3. William By The Windowsill
  4. Being Special
  5. Kimono Hill
  6. 3,05
  7. Something Is Coming My Way
  8. A Bug On A Rug In A Building
  9. Foam
  10. Baltimore
  11. Hello, I Found You

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