SebastiAn – Thirst

In Reviews von Eric

Sebastian Akchoté alias SebastiAn ist ein kooperativer Mensch. Bevor der Franzose 2011 sein Debütalbum „Total“ veröffentlichte, hatte er sich schon mit Remixen für u.a. Daft Punk, Kelis, Bloc Party und The Rapture einen Namen gemacht. Auch auf seiner zweiten LP (nach acht Jahren!) sind ihm Kooperationen wichtig und er entwirft die Tracks so, dass seine illustre singende Gästeschar glänzen kann. Dafür traf er auch alle Künstler*innen persönlich – untypisch für eine Zeit, in der normalerweise nur Musikdateien hin- und hergeschickt werden.

Da SebastiAn zum Pariser Ed-Banger-Label gehört – wie z.B. auch Justice – empfangen einen im eröffnenden Titelstück gleich die von dessen Künstler*innen bekannten Zutaten: Bratzende Beats, kaputte Fanfaren, durch Filter gejagte Rockgitarren. Der Grundton ist also gesetzt, wird aber für die Gäste variiert. Für Syd gibt es ein Frank-Ocean-Piano, Doo-Wop-Chöre für Mayer Hawthorne, ein synthetisch nachgebautes Rockriff für Charlotte Gainsbourg, spacige Sci-Fi-Streicher für Sparks. Das macht alles Spaß, wirkt aber kontrolliert und nicht mehr auf den totalen Abriss aus wie auf dem Debüt.

2011 ließ sich SebastiAn sich für das Cover von „Total“ noch dabei fotografieren, wie er sich selbst küsst. Heute sind der Künstler und sein Doppelgänger bei einem Faustkampf zu sehen. Die Welt ist eben ernster geworden, auch die Party von SebastiAn.

Tracklisting

  1. Thirst
  2. Doorman feat. Syd
  3. Movement
  4. Better Now feat. Mayer Hawthorne
  5. Pleasant feat. Charlotte Gainsbourg
  6. Yebo feat. Allan Kingdom
  7. Sev feat. Sevdaliza
  8. Sweet feat. Loota
  9. Sober feat. Bakar
  10. Time To Talk feat. Sunni Colon
  11. Beograd
  12. Handcuffed To A Parking Meter feat. Sparks
  13. Devoyka
  14. Run For Me feat. Gallant

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