Sasami – Sasami

In Reviews von Eric

Ihr Debütalbum schrieb Sasami Ashworth, während sie als Keyboarderin mit Cherry Glazerr auf Tour war. „Es ist eine Mischung aus einem Tagebuch und einer Sammlung von Briefen, die geschrieben, aber nie verschickt wurden, an Menschen, mit denen ich auf die eine oder andere Weise eng verbunden war“, erklärt die aus Los Angeles stammende Songwriterin. Nachdem sie im Januar 2018 bei Cherry Glazerr ausgestiegen war, hatte sie die Zeit, ihre auf dem iPad aufgenommenen Demos im Studio mit ihr bekannten Musiker*innen (z.B. Alvvays-Schlagzeugerin Sheridan Riley) noch einmal „richtig“ aufzunehmen.

Das Ergebnis ist eine bedachte, aber markante LP geworden. Die komplexen Arrangements (Sasami hat Jazz und klassische Musik studiert) erschließen sich aufgrund des zurückhaltenden Grundtons erst nach und nach. Das Eröffnungsstück setzt die Stimmung für das Folgende schon perfekt, mit seinen beruhigenden Gitarren- und Synthesizer-Klängen. Dazu singt Sasami mit sanfter, aber angenehm verlebt klingender Stimme zögernd über eine sich auflösende Beziehung, in überraschenden Bildern wie „I was a window into something you didn’t like. So you blamed it on me“ – hier treffen die von der Künstlerin genannten nicht abgeschickten Briefe genau zu.

Auch die meisten anderen Songs sind eher ruhig, etwa „Free“, das von einer rückkoppelnden Gitarre eingeleitet wird, sich dann aber zu einer leisen Gitarrenballade entwickelt, die nur noch von einem Tamburin begleitet wird. Devendra Banhart unterstützt Sasami mit gedämpfter Stimme hier beim Gesang. Auch das zweite Duett mit SoKo geht in eine ähnliche Richtung, lässt aber ein Schlagzeug den Rhythmus bestimmen. Das dunkelste Stück ist „Pacify My Heart“ mit seiner grüblerischen Gitarre und skelettierten Drum-Machine, bei dem die Amerikanerin mit der Zeile „Sometimes I wish I never met you“ empfängt.

Um die Hörer*innen aufzurütteln, hat Sasami auch schnellere Songs in petto – etwa das nach Shoegaze à la My Bloody Valentine klingende „Not The Time“, das aus Distortion-Layern bestehende „Callous“ oder das Dark-Wave-Stück „Turned Out I Was Everywhere“. Mit dem geht ein überzeugendes Debütalbum zu Ende, das kaum laute Töne braucht, um in seinen Bann zu schlagen.

Tracklisting

  1. I Was A Window
  2. Not The Time
  3. Morning Comes
  4. Free
  5. Pacify My Heart
  6. At Hollywood
  7. Jealousy
  8. Callous
  9. Adult Contemporary
  10. Turned Out I Was Everyone

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