Rikas – Showtime

In Reviews von Eric

Wenn eine Band mit „Soulpop aus Schwaben“ angekündigt wird, setzen sofort natürliche Fluchtreflexe ein. Doch wer vor Rikas nicht wegläuft, wird mit einem unerwartet leichthändigen, eingängigen und international anschlussfähigen Debütalbum belohnt. Nachdem sich die vier Jungs aus Stuttgart in der Schülerband trafen, feilten sie nach dem Abitur zuerst als reisenden Straßenmusiker an ihren spielerischen Fähigkeiten und später in einem spanischen Wohnstudio am Klang der Erstlings-LP.

Das Ergebnis ist ein Sound mit viel Retro-Feeling, der aber genauso an aktuelle Acts erinnert. Das Quartett singt seine Songs gerne mehrstimmig, was in den goldkehligen Harmonien durchaus an selige Motown-Bands erinnert. Ansonsten ist der Soulpop von Rikas sehr bandbasiert, also beschränkt auf die Instrumentierung von Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards. Streicher oder Bläser kommen kaum vor oder wie in „Fanny Pack Party“ als Konservenware. Die Gitarrenläufe erinnern an Vampire Weekend und Parcels (z.B. „Dr. Strangelife“, „My Tired Shoulder“), die lockeren Refrains an Phoenix („Détestable“) und wenn sich mal wie in „Movie“ ein paar Keyboard-Spielereien und der Beat in den Vordergrund schmuggeln, auch an Jungle.

Als Minuspunkte könnte man die dünne Produktion anführen, und dass sich die Band manchmal in Daddelei verliert („Wes Anderson Theme“). Aber Rikas schaffen es, dem Claim „Soulpop aus Schwaben“ viel von seinem Schrecken zu nehmen.

Tracklisting

  1. Showtime
  2. Fanny Pack Party
  3. Crazy
  4. Movie
  5. Dr. Strangelife
  6. Détestable
  7. New York
  8. Birds In The Sky
  9. My Tired Shoulder
  10. Venice
  11. Back In My Life
  12. Wes Anderson Theme

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