Pleil – Die Spur des Kalenders

In Reviews von Martina

Ein Mann, eine Gitarre. Nein, nein, dass hat nichts mit Quarantäne zu tun, Pleil nimmt mittlerweile auch sonst Distanz von anderen Mitspieler*innen. Früher war es nicht so, doch seit sich die Sache mit seiner letzten Band Cloudberry zerschlagen hat, macht der Herr aus Hessen alles im Alleingang und begrenzt seine Musik nur auf Stimme und E-Gitarre. Und wenn man so für sich ist, muss auch keine Rücksicht auf Andere genommen werden, konsequent und stur wie bei „Nein-Maschine“ kann der Verstärker der Gitarre getrost voll aufgedreht werden.

Schon der erste Titel von „Die Spur des Kalenders“ sagt mit „High Energy“ aus, auf welcher Stufe der Regler steht. Sanft geht Marco Pleil mit seinen Saiten nicht um, die Melodien formen sich aus stromig-rauen Klängen. In knapp drei Minuten ist alles gesagt, denn viel mehr Zeit steht dem arrangierten LoFi-Sound der kleinen Geschichten nicht zur Verfügung.

Ein bisschen Abstand täte uns gut, singt Pleil in „Menschenzoo“. Ob es so ist, kann die Menschheit gerade selbst herausfinden. Nur, in diesen Zeiten werden die Social-Media-Plattformen wahrscheinlich eher selten gemieden. Aber das ist in anderen Dinge auch gut so, etwa beim Musikhören!

Viel Zeit wird für einen Durchlauf nicht benötigt, denn nach einer halben Stunde verstummt der kratzige Gitarrensound mit dem letzten Lied, welches Marco Pleil schrieb. Er setzte es passender Weise ans Ende. Mit dem dringenden Hinweis: „Das letzte Lied“ auf Repeat!

Tracklisting

  1. High Energy
  2. Bleibt alles anders
  3. Menschenzoo
  4. Die Spur des Kalenders
  5. Im Parcours
  6. Offener Kanal
  7. Melanchronik
  8. Gleich nach Erhalt
  9. Unter Schafen
  10. Nein – Maschine
  11. Kleiner Mann
  12. Das letzte Lied

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