Petrels – The Dusk Loom

In Reviews von Martina

Um Neues zu entwickeln, ist eine Auszeit das Wirksamste. Für die Fans von Oliver Barrett, der unter dem Namen Petrels synthetische Noten formt, heißt eine Auszeit allerdings Wartezeit. Das Projekt wurde für eine kreative Pause drei Jahre auf Eis gelegt, nun erschient mit „The Dusk Loom“ neues Futter für die Ohren.

Drei Jahre sind keine Ewigkeit, doch der bisherige Veröffentlichungsrhythmus des Briten war so eingespielt, dass er jährlich ein Album auf den Markt zu bringt. Diese Lücke wird nun geschlossen. Auch beim Neuling „The Dusk Loom“ geht es kraftvoll, hymnisch, verträumt und verzwickt aneinandergereiht zur Sache. Gleich zu Beginn werden flimmernde Klänge, die bei jedem Ton ein My lauter werden, aneinandergereiht. Die sanft aufsteigende Melodie wird mit einem elektronischen Klackern noch weiter hochgeschraubt, bis sie auf der Hälfte des Songs mit einem wuchtigen Rhythmus hymnisch aufflackert. Dabei verschmilzt der atmosphärische Gesang mit dem elektronischen Untergrund.

Genau dieses Zusammenspiel erwartet man bei einem Album von Petrels. Ausgedehnte Songs, die sich gerne im sechs- bis siebenminütigen Bereich als Klangkaleidoskop zeigen. Zwischen den großräumigen Songs, haften experimentelle Klangminuten, die aus minimalen Tonfolgen oder noisigen Unebenheiten bestehen. Der Feinschliff lässt nie lange auf sich Warten, denn in „Tiny Specks Of Light“ flimmert und klirrt die Synthetik betäubend zum himmlischen Choralgesang. „The Hermet King“ schwebt in hymnischer Höhe und wird mit einem lauten Paukenschlag aus dem Traum gerissen. Die schwebende Wölkchenblase wird ganz zum Schluss mit ihren dynamisch-tanzbaren Takten von „Telos“ fein säuberlich zum Platzen gebracht.

Tracklisting

  1. Surface of Last Scattering
  2. Elyas Anais
  3. The Hermit King
  4. Embroiding the Earth’s Mantle
  5. A Halls of Los
  6. Between the Quiet Poles
  7. Tiny Specks of Light
  8. Tellers
  9. Tell Us
  10. Telos

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