Paul Frick – Second Yard Botanicals

In Reviews von Eric

Paul Frick ist Teil des Berliner Klang-Aficionado-Trios Brandt Brauer Frick, das auf seinen Veröffentlichungen leichthändig zwischen Klassik, Techno und allem dazwischen hin- und herwechselt. Trotz seiner mehr als 20-jährigen Geschichte des Musikmachens ist „Second Yard Botanicals“ sein erstes Soloalbum, das ihn am Ende aber nur zwei Monate Arbeit kostete. Frick griff dafür auf seine Kollektion von Live-Aufnahmen und Field Recordings zurück, die die Basis des Albums bilden.

Das Ergebnis ist ein trippiger, dicht gewebter Klangteppich, der neben genannten Aufnahme-Schnipseln noch aus einer großen Zahl von akustischen und elektronischen Instrumenten sowie dekonstruierten Breakbeats besteht, die durch Filter geschickt und zu dünnen Melodie-Pattern zusammengefügt werden. Die Tracks sind nicht wirklich tanzbar, dazu fehlt ein durchgängiger Beat, erzeugen aber doch eine gewisse Energie, die allerdings wiederum von einem blubbernden Unterwasser-Gefühl in der Produktion gedämpft wird. Viele Variationen gönnt Frick seinen Hörer*innen auch nicht, so dass das bewusste Zuhören mit zunehmender Laufzeit schwerer fällt. Von der Art von „Karamasow“ und „3000 Euro“, den clubbigsten Tracks, hätte man sich mehr gewünscht, da sie das einheitliche und durchaus fordernde Klangbild etwas aufbrechen. Insgesamt ist „Second Yard Botanicals“ keine leichte Kost.

Tracklisting

  1. Gramma And Grego
  2. Great Song Title 9
  3. Allergy Boy
  4. Unterschrieben Und Ärger
  5. Church 5 Loop 2
  6. Karamasow
  7. Baby Bell
  8. Bankhaus August Lenz
  9. Neo Biedermeier
  10. 3000 Euro
  11. FFO Dorsch
  12. Schöneberg
  13. Gotzkowsky Ecke Turm

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