Paint – Paint

In Reviews von Eric

Paint ist das Soloprojekt des Allah-Las-Gitarristen Pedrum Siadatian. Doch wer nun eine andere musikalische Richtung von Siadatian erwartet, liegt falsch. Der Kalifornier bleibt nah am Sound seiner Band, d.h. 1960er- und 1970er-Retro-Feeling mit einer Mischung aus Westcoast-Pop, Surf-Sounds und Psych-Rock´n´Roll. Paint allerdings gibt sich noch entspannter als die Kollegen und fügt noch etwas (Anti-)Folk hinzu.

Noch nicht ganz fertig wirken die Songs auf dem selbstbetitelten Debütalbum, durch die betont LoFi-gehaltene Produktion klingen sie wie Home Recordings. Die Gitarre dängelt mal hier hin, mal dort hin, zurückhaltende Drums und Percussion schlagen einen gemütlichen Rhythmus, eine Flöte oder ein alter Synthesizer gesellen sich hin und wieder hinzu. Alles ist laid-back, teilweise gar ein wenig träge, als ob Siadatian und seine Mitmusiker in größter Hitze aufgenommen haben und sich nicht überanstrengen wollten. Paints eher dünnes Stimmchen fügt sich gut zum unstressigen Gesamteindruck des Albums.

Für Musik-Nerds gibt es allerdings in den Sounds bei näherem Hinhören einiges zu entdecken: Tremolo- und Offbeat-Gitarren, schöne Delay-Effekte, das Spiel mit linkem und rechtem Kanal, genau gesetzte Background-Vocals. Dadurch erweckt Paint den Eindruck eines Tüftlers, für den man ihn anfangs gar nicht gehalten hat.

Wer die Slacker-Psychedelia der Allah-Las noch entspannter haben möchte, nichts gegen LoFi-Aufnahmen hat und zudem auf kleine Klang-Feinheiten steht, ist bei Paint gut bedient.

Tracklisting

  1. Intro
  2. Daily Gazette
  3. Plastic Dreams
  4. Moldy Man
  5. Silver Streaks
  6. True Love (Is Hard To Find)
  7. Splattered
  8. Just Passin‘ Thru
  9. I Didn’t Know A Thing
  10. Heaven In Farsi
  11. Wash
  12. Outro/Corso

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