Mittekill – Jungejungejunge

In Reviews von Eric

Sich ständig Gedanken machen zu müssen und zu grübeln, ist echt anstrengend. Da muss man irgendwann auch mal loslassen, damit man nicht selber daran kaputt geht. So ähnlich könnte es auch Friedrich Greiling von Mittekill gegangen sein. Das neue Album klingt auf jeden Fall deutlich gelassener als die Vorgängerplatte.

Das heißt jedoch nicht, dass er aufgegeben hat. Ganz im Gegenteil. Der Zustand der Gesellschaft liegt ihm immer noch sehr am Herzen und die Botschaften in seinen Songs sind alles andere als versteckt. Musikalisch wird es, unter der Mitwirkung von Nina Töllner (Drunk at Your Wedding) und Ann Weller (Cheap Wedding) aber freundlicher, organischer und liebevoller als noch die eher düsteren Beats des letzten Albums. Statt eines wütenden Kämpfers erleben wir einen liebenden Vater, der auf eine verkorkste Welt schaut, aber trotzdem noch Hoffnung auf eine bessere Zukunft hat.
In der Live-Umsetzung werden die beiden Weddings dann auch folgerichtig zur Hochzeitsband und werden den Konzerten sicher eine festliche Note geben.

Eine Platte, über die mal viel nachdenken, die man aber auch einfach genießen kann.

Tracklisting

  1. Showdown
  2. Das warst du
  3. Person Person (feat. Cheap Wedding)
  4. Jungejungejunge (feat. Drunk at Your Wedding)
  5. Deutsche Migrant:en
  6. ILML
  7. Der Gönner
  8. Die Welt wird klein
  9. Die Schlaufe
  10. Getrennte Eltern
  11. Zeitanarchie
  12. Credits