Lui Hill – Lui Hill

In Reviews von Eric

Gerade Debütalben werden gerne mit einer Reise verglichen, die mit der LP ihren Abschluss findet. Bei Lui Hill trifft dieser Vergleich allerdings mehr als bei anderen zu. Persönliche Erlebnisse, die der aus Darmstadt stammende Musiker auf seinem selbstbetitelten Erstling verarbeitet, werden in Metaphern aus Bewegung und Distanz gekleidet – nicht umsonst heißt das Eröffnungsstück „5000 Miles“. Zudem wurde eine Reise nach Südafrika zum Schlüsselerlebnis für Hill: Dorthin hatte er sich zurückgezogen, um den Tod seines Vaters zu verarbeiten, und wurde vor Ort durch Zufall gesignt.

Nachvollziehbar, denn Hills Neo-Soul kann durchaus international mithalten, auch wenn zu den ganz Großen wie Frank Ocean (naturgemäß) noch ein gutes Stück fehlt. Dennoch nehmen die Songs des Albums – gerade für Soul sehr wichtig – die Hörer*innen emotional mit. Dabei wird immer wieder mit dunklen Motiven gespielt, die den Stücken eine nächtliche Anmutung geben. Ähnlich wie S O H N benutzt Hill eine elektronische Grundierung, fügt aber noch handgespielte Instrumentierung wie Klavier, Schlagzeug und Bass hinzu, was die Songs modern und zeitlos zugleich klingen lässt. Seine Stimme, mit denen er seine nachdenklichen Lyrics vorträgt, ist einnehmend, ohne einen hohen Wiedererkennungswert zu besitzen. Das gilt im Übrigen auch für einige Stücke selbst – nur wenige von ihnen, wie „5000 Miles“ und „Words Become Useless“, ragen wirklich heraus. Insgesamt hinterlässt Lui Hills Debüt aber einen guten Eindruck. Seine Reise ist sicher noch nicht zu Ende.

Tracklisting

  1. 5000 Miles
  2. Revolver
  3. See The Light Again
  4. Words Become Useless
  5. The Storm
  6. Home (Interlude)
  7. Ancient Dust
  8. So In Between
  9. Muddy Waters
  10. The Fall
  11. We Don’t Die

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