Loney Dear – Loney Dear

In Reviews von Martina

Nicht jeder hat das Glück, gleich den großen Wurf zu landen. Bis der Schwede Emil Svanängen seinen ersten Plattenvertrag beim amerikanischen Label Sub Pop unterschreibt, vergehen vier Alben und jede Menge Kleinarbeit, die eigene Musik auf CD-Rs zu vertreiben. Doch die Muhe und das Talent des Multiinstrumentalisten werden belohnt – begann das Projekt Loney Dear im Jahr 2000 als Heimarbeit, gibt es 17 Jahre später das siebte, selbstbetitelte Album sogar auf Peter Gabriels Label Real World.

Vom sogenannten Schweden-Pop ist die Musik von Loney Dear weit entfernt. Die Songs sind in ihrer ruhigen Art und dem traurigen Unterton in der Stimme emotional gebaut, die ihren Trauerschleier erst im hochtönigen Gesang ablegt. An Rhythmus fehlt es den Stücken allerdings nicht, im Opener „Pun“ bollern die Drums und wecken eine Vielzahl an Kleingeräuschen, die ein filigranes Klangbild hinterlassen. Die Elektronik fügt sich dick in die Bildmitte ein, beherrscht den Sound und blubbert sich kurzzeitig in Richtung Synthie-Pop. Diese Ausbrüche sind nur von kurzer Dauer, dann dominieren die synthetisch überladenen Melodien, die mancherorts ein Großorchester vermuten lässt, welches dem Musiker zur Seite steht.

Referenzen an den Labelchef lassen sich nicht verbergen, das vielschichtige, pompös produzierte Album weckt an vielen Ecken und Kanten der zehn Songs Erinnerungen an Peter Gabriel, aber nicht so richtig die Wiedererkennung des anfänglichen Indie-/Folk-Pop mit dem Loney Dear sein Musikleben begann.

Tracklisting

  1. Pun
  2. Humbug
  3. Hulls
  4. Sum
  5. Lilies
  6. Little Jacket
  7. Isn´t It You
  8. Dark Light
  9. Harbours / Harbors
  10. There Are Several Alberts Here

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