Lea Porcelain – Hymns To The Night

In Reviews von Eric

„Warsaw Street“ – da dockt der Postpunk-Checker natürlich gleich an. Weiß er/sie doch, dass Joy Division, bevor sie Joy Division wurden, Warsaw hießen. Lea Porcelain holen die Zielgruppe also gut ab, denn für die Postpunk-Hörerin im Allgemeinen wie den Joy-Division-Fan im Speziellen gibt es auf dem Debütalbum des Duos einige Anknüpfungspunkte. Der Bass grollt in bester Peter-Hook-Manier tief und stoisch, Sänger Markus Nikolaus singt wie ehedem Ian Curtis durch imaginäre Nebelschwaden, und die Gitarren schwellen genau richtig an und ab, um die melancholische Grundstimmung perfekt zu machen. Aber Nikolaus und sein Kompagnon Julien Bracht sind keine reinen Epigonen, vielmehr setzen sie die genannten Versatzstücke nach eigenem Gusto zusammen und reichern sie weiter an. Seien es die Marching Drums bei „Out Is In“, die raumgreifenden Synthesizer bei „Bones“, die Ukulele bei „A Year From Here“, das einnehmende Brausen bei „Warsaw Street“, das dramatische Piano bei „White Noise“, die tribale Percussion bei „12th Of September“.

Lea Porcelain sind gute Nachahmer, aber spielen sich im Verlauf von „Hymns Of The Night“ in einen eigenen, nächtlichen Rausch, der verschiedenste Türen von Liebe bis Selbstverletzung öffnet. Durch welche du im Endeffekt gehst, musst du allerdings selbst entscheiden.

Tracklisting

  1. Out Is In
  2. Bones
  3. A Year From Here
  4. Warsaw Street
  5. Similar Familiar
  6. White Noise
  7. The Love
  8. A Faraway Land
  9. Remember
  10. 12th Of September
  11. Loose Life
  12. Endlessly

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