Lafawndah – Ancestor Boy

In Reviews von Eric

Die ägyptisch-iranische Experimental-Pop-Künstlerin Lafawndah ist vom Film mindestens genauso beeinflusst wie von der Musik. Sie dreht nicht nur Videos selbst, ihre Zusammenarbeit zwischen Musik und Film mit der japanischen Ambient-Legende Midori Takada wird als vollständige Produktionsperformance unter dem Titel „Ceremonial Blue“ im April im Londoner Barbican uraufgeführt.

Diese Vorliebe für die Filmkunst lässt sich auch auf Lafawndahs Debütalbum heraushören – hat das vor Erinnerungen triefende „Ancestor Boy“ doch einige visuelle Qualitäten für das innere Auge der Hörer*innen. Das liegt auch am widerkehrendes lyrischen Motiv der LP: das Gefühl, dass ein Körper, ein Leben lang, nicht groß genug für das ist, was man fühlt. Die Songs changieren zwischen Ambient, Industrial, Alt-R’n’B und Club-Sounds. Sie sind stark rhythmusfixiert und haben auch psychedelische Anklänge. Im Eröffnungsstück ergänzen sich tribale und metallische Drums und Percussions zu einem treibenden Track, „Daddy“ erinnert in seiner Mischung aus Kühle und Emotionalität an Kelela und besitzt Hitqualitäten. Der Titeltrack des Albums lässt mit seinen arabischen Anklängen an Sade denken, der Club-Banger „Tourist“ an Santigold.

„Ancestor Boy“ hat in seiner klanglichen Vielfalt und Tiefe einiges zu bieten, wagt auch ein paar Experimente, ohne sich jedoch vom Pop zu verabschieden. Lafawndahs Film zum Album würde man zu gerne sehen.

Tracklisting

  1. Uniform
  2. Daddy
  3. Parallel
  4. Ancestor Boy
  5. Storm Chaser
  6. Vous et Nous
  7. Waterwork
  8. Substancia
  9. Joseph
  10. Oasis
  11. Tourist
  12. I’m An Island
  13. Blueprint

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