Kat Frankie – Bad Behaviour

In Reviews von Eric

An der aus Sydney stammenden Wahlberlinerin Kat Frankie klebte lange Zeit die Bezeichnung Singer-Songwriter. Doch diese Schublade ist ihr viel zu klein. „Ich wollte niemals nur das traurige Mädchen an der Gitarre sein“, sagt sie. Nein, Frankie strebte immer mehr nach den großen Popmomenten, sei es mit der Teilnahme am ESC-Vorentscheid 2016 als eine Hälfte des Duos Keøma oder als Duett-Partnerin von Clueso bei „Wenn Du Liebst“. Und diese Entwicklung findet ihren vorläufigen Höhepunkt in ihrem neuen, vierten Album.

„Bad Behaviour“ verbindet gekonnt die dunkle Welt der Songwriter-Musik mit der grellen Welt des Mainstream-Pop. Das Ergebnis sind eingängige, aber nicht gefallsüchtige Songs, die sich aus unterschiedlichen Genres speisen. Der Titeltrack und Opener folgt mit einer flirrenden Gitarrenlinie und einem tanzbaren Drumbeat dem alten Whitest-Boy-Alive-Motto, elektronische Tanzmusik mit hauptsächlich analogen Instrumenten umzusetzen. „Swallow Your Whole“ transformiert die Lässigkeit von Jazzpoppern wie Jordan Rakei und Tom Misch in etwas Dunkel-Verführerisches, in „Home“ greift sie zu einem beherzten PJ-Harvey-Gitarrenriff, „Versailles“ verschreibt sich sakralem Gospelpop, „The Sun“ bedient sich wie ehedem Paul Simon afrikanischer Rhythmen.

Dabei stehen ihr zwar manche Rollen besser als andere, die unbeschwerte Dancing Queen besser als die coole Rockerin. Dennoch spürt man in allen Stücken Frankies pure Lust am Musizieren und – auch wenn es platt klingt – am Leben. Sie selbst sagt: „Diese neue Platte ist für mich eine Platte der Freude. Ich habe noch nie ein Album gemacht, das so voller Sex war wie dieses.“

Tracklisting

  1. Bad Behaviour
  2. Swallow You Whole
  3. Home
  4. Forgiveness
  5. Versailles
  6. Headed For The Reaper
  7. Finite
  8. The Sun
  9. Back To Life
  10. Spill

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