And The Golden Choir – Breaking With Habits

In Reviews von Eric

Das Solo-Debüt von Tobias Siebert, der auch (wieder) bei Klez.e aktiv ist, als And The Golden Choir machte einerseits das Alleinsein als Thema in feinsinnigen Kompositionen fühlbar, war aber auch in seiner Theatralik, die durch Sieberts durchdringenden Falsettgesang noch verstärkt wurde, eine teils enervierende Angelegenheit.

Auch der Nachfolger „Breaking With Habits“ ist wieder ein komplettes Ego-Projekt Sieberts, der neben dem Gesang ein weiteres Mal alle Instrumente selbst einspielte. Die formalistische Strenge des Vorgängers „Another Half Life“ hat er insofern aufgebrochen, als dass sich zu den analogen Instrumenten auch ein paar elektronische Klänge mischen. Daher auch der Titel der LP.

Die neue Offenheit ist das große Glück des Albums, denn an seinem nervenaufreibenden Gesangsstil hat Siebert zwar nichts geändert, dieser wird aber durch die abwechslungsreiche Instrumentierung, die sich in sakralen Arrangements und Choral-Melodien wiederfindet, aufgefangen und gemildert. Sei es in „The Jewelry“, das Orient und Okzident miteinander versöhnt, in dem überraschend präsenten Beat in „My Lies“, in dem von einem Windspiel eingeleiteten und sich dann in einen jetzigen Neo-Soul-Song wandelnden „Air Fire Water“ oder im elektro-jazzigen Songwriter-Stück „The Garden“.

Das Brechen mit Gewohnheiten war für das zweite Album von And The Golden Choir auf jeden Fall eine gute Idee.

Tracklisting

  1. The Jewelry
  2. My Lies
  3. Clocks
  4. The Queen Of Snow
  5. Air Fire Water
  6. Joker
  7. How To Conquer A Land
  8. The Rain
  9. The Distressed Jeans
  10. The Garden
  11. Into The Ocean

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