Ilgen-Nur – It’s All Happening

In Reviews von Eric

Mit ihrem Debütalbum „Power Nap“ war Ilgen Borali alias Ilgen-Nur gerade am Durchstarten, als Anfang 2020 die Pandemie zuschlug, alles auf Stillstand setzte. Die Wahlberlinerin machte aus der Not eine Tugend und zog sich zurück in ein Künstlerhaus im legendären Laurel Canyon bei Los Angeles, seit Jahrzehnten ein Refugium für Musiker*innen wie Joni Mitchell, Neil Young oder The Eagles.

Sie kehrte noch mehrmals nach L.A. zurück, um schließlich dort mit ihrem Wahlproduzenten Jon Joseph ihr zweites Album aufzunehmen. Passenderweise ist das Eröffnungsstück nach dem Mittelpunkt des Laurel Canyon „Lookout Mountain“ benannt. Und wer möchte, kann hier wie in den folgenden Songs Einflüsse von Mitchell und Young heraushören – in den sehnsuchtsvollen Texten als auch in der lässigen Instrumentierung mit Klavier und Slide-Gitarre.

Die LP klingt reifer als der Erstling, weniger Slacker-mäßig und garagig, sondern ausgeklügelter. Ein eher zupackender Song wie „Purple Moon“ ist die Ausnahme, die meisten sind West-Coast-typisch entspannt. Und dazu singt Ilgen-Nur mit dunklem Timbre entspannt wie nach einem Canyon-Spaziergang.

Tracklisting

  1. Lookout Mountain
  2. Purple Moon
  3. Sweet Thing
  4. The Unknown
  5. Red Rock Road
  6. Der Stern
  7. Dream Of Hell
  8. Momentary Bliss
  9. Star Light
  10. Windows Are Mirrors